FeedKörper
NaturlehreBrockhaus 1882

Körper heißt alles, was nach Länge, Breite und Höhe auf bestimmte Weise ausgedehnt ist oder bestimmte Raumbegrenzung hat. In der Geometrie bezeichnet man mit Körper die bestimmt begrenzten Räume selbst, ohne alle Rücksicht auf ihre Materie, d. i. auf das Raumerfüllende, und teilt die K. dann nach der Art ihrer Begrenzung in K. mit ebenen oder krummen Grenzflächen ein. Unter den erstern sind die merkwürdigsten die Prismen und Pyramiden; unter den andern die Kugel und das elliptische Sphäroid. Außerdem gibt es K., die von ebenen und krummen Flächen zugleich begrenzt werden, wie z.B. Cylinder und Kegel. In der Physik hingegen versteht man unter Körper die begrenzte Materie und teilt die K. bezüglich des Aggregatzustandes (s. Aggregat) ihrer Materie in feste, tropfbar-flüssige und elastisch-flüssige (gasförmige) ein. Bei den festen unterscheidet man wieder harte und weiche, spröde und elastische u. s. w. Ferner werden die K. eingeteilt in organisierte, die fähig sind, sich selbst zu entwickeln, zu erhalten und fortzupflanzen, und in unorganisierte, die nur durch Anhäufung von außen verändert werden. Die Gesetze bezüglich der Bewegungserscheinungen der K. und ihrer kleinsten materiellen Teilchen behandelt die allgemeine Naturlehre oder Physik; mit der materiellen Beschaffenheit der K. und mit den Verbindungs- und Trennungsgesetzen der verschiedenen Materien beschäftigt sich die Chemie. Die Anwendung der Gesetze der Physik und Chemie auf lebende Organismen ist Gegenstand der allgemeinen Physiologie; spezielle Anwendungen der physik. und chem. Gesetze ergeben sich in der Astronomie, Meteorologie, Mineralogie, Geologie und in der allgemeinen Naturgeschichte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 541Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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