Körperbedeckung der Tiere kann sich, so überaus mannigfaltig sie auch qualitativ und quantitativ erscheint, nur auf zwei Arten bilden: in dem einen Falle scheiden bei mehrzelligen Tieren alle, oft stellenweise in Drüsen verwandelte Zellen der Oberhaut, resp. ein Teil derselben, oder bei einzelligen (z. B. Infusorien, Foraminiferen u. s. w.) die ganze Körperoberfläche ein Sekret ab, das zu einer mehr oder weniger festen Membrane, sog. Cuticularbildung, erhärtet. Diese Membrane kann hornig, zum Teil chitinös (s. Chitin) sein Gülle vieler Infusorien, Gehäuse mancher Foraminiferen, Bedeckung der Würmer und Gliedertiere u. s. w.), sich durch aufgenommene Kalksalze (Schale der Kalkforaminiferen, der Krustentiere), bisweilen durch Fremdkörper (Schale der Sand⸗ „foraminiferen) verstärken; stellenweise kann diese Aufnahme von Kalksalzen sich (bei Mollusken) so sehr steigern, daß die hornige, hier Conchiolin genannte Grundsubstanz fast vollständig verdrängt wird. Die Oberfläche dieser Cuticularbildungen, die bei Gliedertieren u. s. w. gelegentlich erneuert Hund abgeworfen werden können (s. Häutung), zeigen häufig sehr zierliche Skulpturen, auch Poren und leuchtende Farben, wie die Schuppen der Schmetterlinge, die auch nichts als sehr zarte Cuticularbildungen sind. Die andere Art der Körperbedeckung bildet sich aus Zellen der Oberhaut selbst, zu denen noch Elemente der Lederhaut hinzukommen können; solche zellige Körperbedeckungen sind, abgesehen von der ganzen Epidermis, Haare (s. d.), Faden (s. d.), Panzer (s. u. Schuppen) und Federn. Die Federn der Vögel sind das komplizierteste Oberhautgebilde; sie entstehen, wie die Haare, in Einstülpungen der Lederhaut, in welche sich auch die Epidermis einschlägt. Im Grunde des so zu Stande gekommenen Säckchens (Balg) wächst die Lederhaut wieder in Gestalt einer gefäßreichen Papille empor, welche den sie überdeckenden Epidermisteil sehr reichlich ernährt, sodaß derselbe unter lebhafter Zellenentwickelung wuchernd zur Feder auswächst, welche ihre Gestalt einem System von auf der Nährpapille befindlichen Furchen, als deren Ausguß sie erscheint, verdankt. Die Feder wächst unter gelegentlichen, teils auf Alter, teils auf Jahreszeiten beruhenden periodischen Wandlungen (. Mauser) von unten nach oben, während schließlich die Papille größtenteils abstirbt und zur sog. Federseele wird. Eine Feder in höchster Vollendung zeigt einen Stammteil, der unten als Spule drehrund, hohl und von der Seele nur teilweise ausgefüllt ist, weiter nach oben in einem größern Abschnitt als auf der Oberfläche konvexer, auf der Unterseite längsgefurchter Schaft die symmetrisch oder auch asymmetrisch (große Schwungfedern) entwickelte Fahne trägt. Diese setzt sich zusammen aus einer bedeutenden Anzahl dem Schaft seitlich mit der Basis ansitzender lanzettförmiger Aste, die wieder jederseits dicht aneinander gelagerte Strahlen tragen, die sich mit denen der benachbarten Aste mittels Wimperchen und Häkchen dergestalt verbinden, daß die Fahne, bei fliegenden Vögeln wenigstens, eine kontinuierliche, nur mit einer gewissen Gewalt zu trennende Fläche bildet. Bei vielen Vögeln entspringt in der Furche des Schafts, da wo dieser in die Spule übergeht, eine zweite Feder, der Afterschaft, der nur bei einigen nichtfliegenden Vögeln (Kasuare), bei denen auch der Zusammenhang der Fahne fehlt, die Größe des Hauptschafts erreicht. Zwischen diesen höchst entwickelten Federn, die als Contourfedern nur bei wenigen Vögeln (Pinguine, Strauße, Wehrvögel) gleichmäßig über den Körper verteilt stehen, meist aber in gewissen, nach den Gattungen verschiedenen Längsreihen (sog. Federfluren, mit dazwischen befindlichen federfreien oder nur von Dunen bestandenen Federrainen) angeordnet sind, finden sich noch zahlreiche kleinere Federformen von verschiedener Gestalt, Dunen, Federhaare u. s. w. Eine ausgewachsene Feder ist ein totes, dem tierischen Stoffwechsel entzogenes Gebilde und besteht aus lufthaltigen, verhornten Epidermiszellen. Die stets auf der Oberseite lebhaftern Farben der Federn beruhen nißt, sind unter C aufzusuchen. entweder auf in ihnen befindlichen Pigmenten, oder die metallischen auf Interferenzerscheinungen reflektierter Lichtstrahlen. über Vogelfedern vgl. besonders Ch. L. Nitzsch, System der Pterylographiev (herausg. von Burmeister, Halle 1840). Von den Haaren (s. d.) der Säugetiere sei nur erwähnt, daß auch sie bei ein und demselben Tiere als Woll⸗ und Granhaare, Mähne, Schwanzquaste u. s. w. sehr verschieden entwickelt sein können; als Spür⸗ oder Schnurhaare treten sie mit einem oft ansehnlichen (3. B. Robben) Nervenapparat in Verbindung. Eine kolossale Entwickelung der Haare sind die Stacheln des Stachelschweins, Igels, Ameisenigels und einiger andern; auch das Horn des Nashorns besteht, gleichsam ein normaler Weichselzopf, aus verschmolzenen Haaren. örperfarben, s. Applikationsfarben.