FeedKrasicki (Ignaz)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Krasicki (Ignaz), poln. Dichter und Schriftsteller, geb. zu Dubiecko in Rotreußen 3. Febr. 1734, stammte aus einem gräfl. Geschlecht. widmete sich dem geistlichen Stande und wurde, nachdem er eine Zeit lang in Rom verweilt hatte, Kanoniker in Lemberg und 1767 Bischof von Ermland. Als sein Bistum 1772 an Preußen fiel, zog ihn Friedrich II. nach Sanssouci. Im J. 1795 wurde er Erzbischof von Gnesen und starb zu Berlin 14. März 1801; sein Leichnam ward 1829 im Dom zu Gnesen beigesetzt. Unter seinen Werken stehen obenan das heroisch-komische Gedicht MIyszeiso (Die Mäuseadey, Warsch. u. Lpz. 1790) und die Monomachias (Der Mönchekriege, übersetzt von Winklewski, Berl. 1870), in welchem er die Unwissenheit und Völlerei der Mönche verspottete. Diesem Gedicht setzte er später eine Antimonomachia zur Seite. Seine Fabeln sind den Gellertschen nicht unähnlich, seine Satiren voll treffender Jronie. Sein episches Gedicht KWoyna Choeimskan, d. h. der Krieg von Chocim, ist eine histor. von dem Siege Chodkjewicz' über den Sultan Osman, doch enthält es auch sehr poetische Stellen. Unter seinen prosaischen Schriften ist die Erzählung Pan Podstolio, d. h. der Herr Untertruchseß (deutsch von Migula, Warsch. 1779), hervorzuheben. Seine Schriften sammelte Dmochowski (10 Bde., Warsch. 1803—4); spätere Ausgaben erschienen zu Paris (10 Bde., 1830), Berlin (1845) und Warschau (1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 580Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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