Krebspest nennt man eine in neuerer Zeit besonders in Mitteleuropa auftretende, ungemein verheerende epidemische Krankheit der Krebse, deren wahre Ursache, wenn man sie auch in verschiedenen parasitischen Organismen von vornherein suchte, bis vor kurzem unbekannt war. Erst R. Leuckart und A. Rauber zeigten, daß ein Pilz und zwar eine Saprolegniacee (Mycosis astacina) der Verderbenbringer ist. Wahrscheinlich dringt der junge Pilz durch die weichen Gelenkhäute zwischen den Leibesringen und Gliedmaßenstücken ein und zerstört durch sein rasches Wachstum die Gewebe, besonders aber die Muskulatur seines Wirtes. Vorläufig kennt man noch keine Gegenmittel.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei