Krems, alte Stadt im Erzherzogtum Niederösterreich, Hauptort der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft, liegt 60 km westlich von Wien, am Einflusse der Krems in die Donau und am Fuße des Mannhardtsbergs, durch eine Zweigbahn nach Absdorf mit der Kaiser-Fram-Joseph Bahn verbunden, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und anderer Behörden und zählt mit den Vorstädten Und, Kremsthal, Hohenstein und Gartenau (1880) 11042 E. Die Stadt hat vier Kirchen, ein ansehnliches Rathaus mit einem Archiv, eine öffentliche Krankenanstalt, eine Stadtbibliothek, ein Gymnasium, eine Oberrealschule, Handelsschule, Lehrerbildungsanstalt, Mädchenschule des engl. Fräuleininstituts und eine Weinbauschule. Die Bevölkerung unterhält Fabriken für Stahlwaren, Senf und Essig, treibt Gartenbau und Handel mit Safran, Senf, Essig und Wein. In der Umgebung der Stadt liegt das schöne Rehbergerthal mit einer großen Lederfabrik und vielen Dampfmühlen. Gleichsam den Donauhafen von K. bildet das 2 km entfernte Städtchen Stein, welches Stapelplatz für alle aus Böhmen und Mähren kommenden Waren ist. Der Ort zählt 4209 E., hat ein Zollamt, eine Eigarrenfabrik, ein großes Strafhaus und ist durch eine Brücke mit Mautern verbunden. Vgl. Kinzl, „Chronik der Städte K., Stein und deren Umgegend v (Krems 1870).