FeedKreuzgang
ReligionBrockhaus 1882

Kreuzgang heißt ein meist aus vier Bogenhallen bestehender, einen Hof (Klosterhof, Kirchhof) umschließender Umgang, welcher sich, gewöhnlich an der Südseite, an eine Kloster-oder Stiftskirche anschließt und im der den Hof zur Verbindung der einzelnen Räume der den Hof umschließenden Klostergebäude, sodann aber auch für Prozessionen und um Lustwandeln der Mönche und Geistlichen dient. uweilen hat er zwei Stockwerke übereinander mißt, sind unter C aufzusuchen. (besonders in Italien). Der Klosterhof und gewöhnlich auch der K. selbst diente auch zu Begräbnissen der Domherren, der Mönche und verschiedener vornehmer Personen, welche sich das Recht dazu erkauft hatten. Die oft sehr reiche dekorative Ausstattung der Kreuzgänge richtete sich nach dem gerade herrschenden Baustil und wurde namentlich in der roman. Periode beliebt. Ihre Wände wurden vielfach mit Gemälden geschmückt. Wegen ihrer Schönheit berühmt sind die Kreuzgänge neben der lateranischen Basilika und der Kirche St. Paul vor den Mauern zu Rom. Der älteste in Deutschland erhaltene K. befindet sich in Salzburg, während zu. den größten und prachtvollsten Kreuzgängen aus alter Zeit die im Liebfrauenkloster zu Magdeburg, beim Dom zu Trier, beim Großmünster zu Zürich, neben der Stiftskirche zu Aschaffenburg, neben St. Emmeran zu Regensburg u. a. m. gehören.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 604Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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