FeedKreuzschnabel (Loxia)
TierreichBrockhaus 1882

Kreuzschnabel (Loxia), eine Vogelgattung aus der Abteilung der Finken, zeichnet sich vor allen durch die ganz eigentümliche Bildung des Schnabels aus, indem die beiden, in scharfe, hakenförmige Spitzen auslaufenden Schnabelhälften so stark gekrümmt sind, daß sie beim Schlusse einander kreuzen, wobei der Oberschnabel nach rechts oder nach links gewendet sein kann. Die K. klettern geschickt an den Zweigen auf und ab, indem sie sich dabei ihres Schnabels bedienen. Es sind lebhafte und gewandte Vögel, die beständig wandern und deshalb in der Gefangenschaft nicht lange am Leben bleiben. In Deutschland ist am häufigsten der gemeine oder Fichtenkreuzschnabel (L. curvirostra) oder der Tannenpapagei, der den Norden von Europa und Asien bewohnt und sich vorzugsweise von den Samen der Nadelbäume, dann aber auch der Disteln, Ebereschen und anderer Pflanzen nährt. Merkwürdigerweise brütet er zu allen Jahreszeiten, doch meistens im Winter. Der Gesang des Männchens ist zwar nur mittelmäßig, ertönt aber auch bei großer Kälte fort. Die Länge des Vogels beträgt 18 em und in seinem Gefieder ist vorherrschend Rot und Gelbrot mit Olivengrün in verschie⸗ [denen Schattierungen gemischt. Nicht ebenso allkreuß verbreitet in Deutschland ist der Kiefernreuzschnabel (L. Pityopsittäcus), der sich durch größern Schnabel und kürzere Haken der Kieferspitzen, sowie durch das noch mehr vorherrschende Hochrot im Gefieder des Männchens auszeichnet. Die schöne Färbung des Männchens verliert sich in der Gefangenschaft nach der Mauser.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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