FeedKrischna
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Krischna, der Schwarze, eine der Verkörperungen Vischnus (s. Indische Religion), in welcher er die Nymphe Rädhä liebt und den Drachen Kälija tötet. K. ist eine der populärsten Göttergestalten des modernen Indien; besonders seine Liebesspiele mit den Gopi, Hirtinnen, mit denen er als Govinda sich ergötzt, sind ein beliebter Gegenstand dichterischer Darstellung. Im Mahä-Bhärata erscheint K. als halbgöttlich verehrter Held und Weiser, als der Sohn des Vasudeva aus dem Yadugeschlecht, des Bruders der Kunti, der Mutter der Pandusöhne. In spezieller Beziehung steht er zu Ardschuna (der Weiße), einem der fünf Pänduiden, der seinerseits wieder mit Indra innig verbunden ist, der im Rig-Veda von seinem Kampfe um die Kühe, d. i. um das befruchtende Naß des Himmels, den Namen Govid führt. Auch sonst sind allerlei direkte Beziehungen zwischen Indra und K. vorhanden. Der eigentliche Kern der Sagen von K. aber, aus welchem heraus sich die Persönlichkeit desselben ns beneh entwickelt hat, ist 890 dunkel. Die bereits bestehende göttliche oder do halbgöttliche Verehrung desselben zu der Zeit, wo die Inder mit dem Christentum bekannt wurden, hat auf Grund der Namensähnlichkeit K. und Christus) zu der übertragung christl. Legenden auf K. geführt, wie sich dies besonders klar bei der Feier seines Geburtsfestes zeigt, wo er als Säugling an der Brust seiner Mutter Devaki anzubeten ist, die in einem Kuhstall auf einem Ruhebett ruht, umgeben von Hirten und Hirtinnen. Die Einheit K.s mit dem höchsten Gott fand ihren solennen Ausdruck in der Bhagavadgitä, einer Episode des großen Epos Mahä-⸗Bhärata (s. d.). Unter den zahlreichen Namen K.s treten außer Govinda noch Väsudeva (Patronymicum), Kesava, Hari, Dschanärdana besonders hervor. Vgl. Weber, «über die Krishnajanmäshtami [K.s Geburtsfestly (Berl. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 621Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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