FeedKuh (Moses Ephraim)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kuh (Moses Ephraim), deutscher Dichter, geb. 1731 zu Breslau, von jüd. Abkunft, wurde anfangs von seinem Vater für die jüd. Gelehrsamkeit, später für den Kaufmannsstand bestimmt. Nach dem Tode des Vaters trat er als Gehilfe in die Handlung eines Oheims in Berlin, wo er die Freundschaft Mendelssohns, Ramlers, Lessings u. a. sich erwarb. Durch seine Liebhaberei des Büchersammelns kam er in eine bedrängte Lage, verließ Berlin, durchreiste Holland, Frankreich und Italien und lebte dann in Breslau. Sein Mißgeschick brachte ihn in Schwermut und endlich in förmlichen Wahnsinn. Im J. 1786 wurde er durch einen Schlagfluß Don und starb 3. April 1790. Eine Auswahl von seinen Gedichten, bestehend in Epigrammen, Liedern, Oden und Fabeln, wurde herausgegeben mit Ramlers Veränderungen als «Hinterlassene Werkeß von Hirschel und Kausch (2 Bde., Zür. 1792). Vgl. erling, Der Dichter Ephraim K.» (Berl. 1864). uhbaum, Baumart, s. Galaktodendron. Kuhblume, Pflanzenart, s. Caltha. Kuhfirsten, s. Churfirsten. Kuhfuß, Werkzeug, soviel wie Geißfuß (s. d.). Kuhgilde, s. unter Versicherungswesen. Kuhhessig wird ein Tier genannt, dessen Hinterfüße mit den Spitzen der Sprunggelenke sehr genähert, während die Fußenden zu sehr nach auswärts gerichtet sind (X-Beine). Kuh-i-Baba (Kohi-Baba), ein noch sehr unbekanntes Gebirge in Afghanistan, das 110 km lange, mit ewigem Schnee bedeckte Westende des Hindukuh, von letzterm durch den Paß Hadschi-kak getrennt, mit einer Kammhöhe von etwa 5180 m der Kache Schlagintweit). Die höchsten Felsgipfel, der Kuh-i-Baba und der Tschalapa-Pik, werden auf 5500 m Höhe geschätzt. Eehl, bei naturwissenschaftlichen Namen, bezeichnet Heinrich Kuhl, geb. zu Hanau 1747, gest. in Batavia 1821; er schrieb über die deutschen Fledermäuse (1819), Beiträge zur Zoologie und vergleichenden Anatomiev (1820), 4Conspectus Psittacorumv (1820). [Böhmen. Kuhländchen, die Gegend um Fulnek (s. d.) in Kühlapparate (frz. appareil réfrigérant, engl. refrigeratory), Vorrichtungen, welche dazu dienen, entweder heiße Flüssigkeiten abzukühlen, oder Dämpfe zu Flüssigkeiten zu verdichten. Zur Abkühlung von Eirome falt dienen Ventilatoren (s. d.), indem sie Ströme kalter Luft über die zu kühlende Flüssigkeit führen, oder Rührwerke, durch welche die Oberfläche der erhitzten Flüssigkeit beständig erneuert wird; ferner schlangenförmig gewundene Röhren, in denen kaltes Wasser cirkuliert und die sich in der zu kühlenden Flüssigkeit befinden, sowie Gefäße mit doppelten Böden und ebensolchen Wänden, in denen kontinuierlich kaltes Wasser zu-und abfließt, wobei die zu kühlende Flüssigkeit in das Gefäß selbst gegossen wird. Zur Verflüssigung der Dämpfe benutzt man große, mit kaltem Wasser gefüllte Gefäße, in denen zellenartige Kästen oder schlangenförmig gewundene Röhren liegen, durch welche die zu kondensierenden Dämpfe streichen. K. werden Beauutweim in der Bierbrauerei (s. d.), in der ranntweinbrennerei (f. Spiritusfabrikation), sowie überhaupt bei Destillationsarbeiten (s. Destillation) verwendet. Zu den K. in weiterm Sinne gehören auch die Eismaschinen (s. d.) und Kuhlau (Friedr.), Klavier-und Opernkomponist, geb. 13. März 1786 zu ülzen in Hannover, wurde von Schwenke in Hamburg unterrichtet, lebte seit 1810 in Kopenhagen, wo er vom Flötisten nach und nach zum Hofkompositeur aufruckte und mit seinen Opern (Die Räuberburgo, «Die Zaubergroßen Erfolg hatte. Gleichen Beifall fanden außer mehrern Flöten⸗ und Violinstücken namentlich seine Klaviersonaten und ⸗Sonatinen, von denen die letztern noch jetzt zum Unterricht benutzt werden. K. starb in Kopenhagen 18. März 1832. Kühlende Mittel (Temperantia, Refrigerantia), Mittel, welche zur Beschränkung der Wärme Kenden der krankhaft erhöhten Temperatur) des lebenden Körpers angewendet werden. Dahin gehört vor allem die unmittelbare Wärmeentziehung (Kühlung, Kältung) durch kühle Luft (besonders offene Fenster, Fächelung, leichtere Bekleidung), durch Kaltwasserwaschungen oder Abreibungen, kalte Douchen, Fluß⸗, Wannen-oder Tauchbäder, kalte (besonders Wasser⸗,‚ Schnee⸗ oder Eis⸗) Umschläge, Schnee- oder Eisblasen (Eis in Tierblasen oder Kautschukbeuteln), durch Verdunstung von Ather und andern flüchtigen Stoffen auf der Haut u. s. w. Mittelbar kühlend, durch Einwirkung auf das Blut und die Blutgefäße, wirken manche Verbände (mit Fetten, Salben, Bleimitteln u. s. w.), gewisse innere Mittel, z. B. Kalisalze, wie der Salpeter, Weinstein und das aus diesen beiden Mitteln mit Zucker bereitete Kühlpulver (pulvis temperans oder refrigerans, das sog. niederschlagende Pulver), Limonaden mit Pflanzen⸗ oder Mineralsäuren (besonders mit Citronen⸗, Essig⸗, Phosphor- oder Schwefelsäure), säurehaltige Nahrungs⸗ und Arzneimittel (3. B. sauere Gurken, Obstsäfte, Kompotts, Salate, Hallers und w Mar Elixir), Mandelmilch, Buttermilch u. s. w. an wendet die kühlenden Mittel hauptsächlich an gegen Blutwallungen, beginnende und frische Entzündungen, lebhafte Herzbewegungen und Fieberhitzte. ühlgeläger nennt man in der Brauerei einen schlammigen Niederschlag, welcher sich aus der gekochten Würze abscheidet und beim Klären auf dem 7006n sich ablagert. uhlmann (Karl Friedr.), Chemiker und Fabrikant chem. Produkte, geb. am 22. Mai 1803 zu Colmar im Elsaß, wurde bereits 1823 Professor der angewandten Chemie zu Lille, welches Amt er bis 1854 bekleidete; er war außerdem Direktor der Münze zu Lille, Vorstand der Handelskammer daselbst, Mitglied des Conseil du Departement du Nord, korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Paris. K. begründete chem. Fabriken in Loos, La Madeleine, Amiens, St.⸗ Andre u. s. w. Außer vielen technisch-chem. und agrikultur-chem. Abhandlungen schrieb er «Cours mißt, sind unter C aufzusuchen. de géologiep (Lille ohne Jahreszahl), ExXpériences chimiques et agronomiqueso (1847), Applications des silicates alcalins et solubles au durcissement des pierres calcaires poreuseso (Paris 1855). K. starb 27. Jan. 1881 in Lille.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 654Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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