FeedKolbe (Karl Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kolbe (Karl Wilh.), bekannt als Künstler und Schriftsteller, geb. zu Berlin 20. Nov. 1757, besuchte das franz. Gymnasium daselbst, diente kurze Zeit als Forstschreiber beim Grafen von Schulenburg und ging dann nach Dessau, wo er Lehrer des Erbprinzen und beim Philanthropin angestellt wurde. Doch gab er diese Stellung wieder auf und kehrte nach Berlin zurück, wo er sich 1793 unter seines Verwandten Chodowiecki Aufmunterung seiner frühern Lieblingsbeschäftigung, der Zeichenkunst, zuwandte und unter Weils Leitung solche machte, daß er die Stelle als Lehrer dieser Kunst an der Hauptschule zu Dessau annehmen konnte. mißt, sind unter C aufzusuchen. Schon 1795 hatte die berliner Kunstakademie ihn unter ihre Mitglieder aufgenommen. Hierauf folgte er der Einladung Salomon Geßners nach Zürich, wo er 1804—6 eine Sammlung von 25 Blättern nach Aquarellgemälden des Idyllendichters radierte. Er starb in Dessau 13. Jan. 1835. K. veröffentlichte Hiber den Wortreichtum der deutschen und franz. Sprache und beider Anlage zur Poesiey (2 Bde., Berl. 1806; 2. Aufl., 3 Bde., 1818—20) und andere sprachwissenschaftliche Arbeiten, in denen er für den Purismus der deutschen Sprache eintritt. Vgl. K.s Selbstbiographie: Mein Lebenslauf und mein Wirken im Fache der Sprache und Kunsto (Berl. 1825).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 405Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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