FeedKuppelung
TechnikBrockhaus 1882

Kuppelung (frz. accouplement, engl. coupling) heißen diejenigen Maschinenelemente, welche dazu dienen, zwei Wellen derart miteinander zu verbinden, daß die drehende Bewegung der einen auf die andere übertragen wird. Die K. lassen sich einteilen in feste, bewegliche und lösbare oder Ausrückkuppelungen. Diese sind die gewöhnlichen Verbindungen der festgelagerten und sich um eine gemeinschaftliche geometrische Achse drehenden Triebwellen; bewegliche heißen solche, welche eine Veränderlichkeit in der gegenseitigen Lage der gekuppelten Wellen gestatten; die lösbaren K. endlich können während des Ganges der verbundenen Wellen aus⸗ und meist auch wieder eingerückt, d. h. außer und in Eingriff gebracht werden. Die einfachste feste Kuppelung ist die Muffenkuppelung, welche aus einer über die Enden zweier aneinander stoßenden Wellen geschobenen und mit diesen mittels Längskeils verbundenen Muffe besteht. Praktischer ist die S cheibenkuppelung, wie die beistehenden Fig. 1 u. 2 eine solche zeigen. Hier ist auf jedem Wellenende eine Scheibe aufgekeilt, und es werden beide Scheiben durch Schrauben miteinander verbunden. Während die Scheibenkuppelung in senkrechter Richtung zur Wellenachse geteilt ist, geht die Teilung bei der Schalenkuppelung in gleicher Richtung mit der Wellenachse. In neuerer Zeit wird sehr viel die in „Fig. 3—5 dargestellte amerikanische Kuppeung von Sellers angewendet; bei derselben umschließt eine nach beiden Seiten konisch abgedrehte Hülse zwei ihr entsprechend abgedrehte, genau auf die Welle aufgepaßte geschlitzte Hülsen, welche mittels dreier Schrauben gegeneinander gezogen und eangepreßt werden. „Die beweglichen Kuppelungen gestatten deine Bewegung der Wellen entweder in ihrer Längsrichtung oder in ihrer Querrichtung, oder rauch in beiden Richtungen. Zu den K. der letztern rmißt, sind unter C aufzusuchen. 44* Art gehört der Hooksche Schlüssel, auch Cardanisches Gelenk oder Kreuzgelenkkuppelung genannt. Die lösbaren Kuppelungen dienen dazu, Transmissionsteile zeitweise von der Bewegung der Hauptantriebswellen auszuschließen. Sie wirken entweder durch ineinander greifende Zähne oder Klauen, Zahnkuppelung, Klauenkuppelung oder durch Reibung, Friktionskuppelung. In letzterm Fall werden einfach zwei glatte oder geriffelte Scheiben gegeneinander gepreßt, doch können diese K. nur zur übertragung geringer Kräfte verwendet werden. Eine ganz besondere Art sind die Kraftmaschinenkuppelungen. Man verwendet dieselben da, wo mehrere Motoren ihre Kraft gleichzeitig auf eine und dieselbe Transmission übertragen. Da die einzelnen Motoren nun nicht mit stets gleichbleibender Geschwindigkeit umlaufen, bedarf man, um ein Schleppen der einen Maschine zu verhüten, solcher K., die sich selbstthätig aus- und einrücken, je nachdem die Geschwindigkeiten gleich oder ungleich sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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