Kurbelgetriebe, ein Mechanismus, durch welchen mittels einer Kurbel eine geradlinige hin⸗ und hergehende Bewegung (3. B. die des Kolbens einer Dampfmaschine) in eine rotirende, oder umgekehrt eine rotierende Bewegung in eine geradlinige verwandelt wird. Der letztere Fall tritt z. B. bei einem Sägegatter ein. Man unterscheidet in der Hauptsache H und oszillierende Kurbelgetriebe. Ein Schubkurbelgetriebe zeigt vorstehende Abbildung. In derselben ist g das die geradlinige Bewegung eines Kolbens vermittelnde Gleitstück, p die Kurbelstange, welche, an dem Kurbelzapfen 2 ißt, sind unter C aufzusuchen. angreifend, die Bewegung des Gleitstücks auf die Kurbel k überträgt. Da letztere auf der Welle a unwandelbar befestigt ist, muß diese die rotierende Bewegung der Kurbel mitmachen; von der Welle a erfolgt alsdann die weitere Kraftabgabe. Mit Rücksicht darauf, daß die Führung g des Gleitstücks g und das Lager der Kurbelwelle a eine ganz bestimmte unveränderliche Lage zueinander einnehmen müssen, werden beide meist aus einem Stück hergestellt. Jedes Schubkurbelgetriebe hat zwei Totpunktlagen, wenn die Bewegung von dem Gleitstück aus erfolgt; dieselben treten dann ein, wenn die Mittellinien der Kurbel und der Kurbelstange zusammenfallen. Um die toten Punkte, in welchen die Kurbelstange keinerlei Wirkung auf die Kurbel ausüben kann, zu überwinden, bringt man meist auf der Kurbelwelle ein Schwungrad an, welches mit Hilfe seiner aufgespeicherten Kraft dem K. über die toten Punkte hinweghilft. Unnötig ist die Anbringung eines Schwungrads, wenn eine Welle zwei Kurbeln hat, auf welche zwei verschiedene Kurbelstangen einwirken. In diesem Fall, welcher z. B. bei Zwillingsdampfmaschinen eintritt, pflegt man beide Kurbeln um 90 gegeneinander zu versetzen, sodaß sich, wenn die eine Kurbel im toten Punkte steht, die Kraftübertragung bei der andern gerade am günstigsten gestaltet. Das oszillierende Kurbelgetriebe unterscheidet sich von dem Schubkurbelgetriebe dadurch, daß das Stück g nicht mit dem Lager der Kurbelwelle fest verbunden ist. Vielmehr ist die Kurbelwelle nach 2 verlegt zu denken, a als Kurbelzapfen und p feststehend anzunehmen. Bei beiden K. fallen die Totpunkte fort, wenn die Bewegung von der Kurbelwelle, resp. von der Kurbel aus erfolgt, wenn es sich also um die Umwandlung einer rotierenden Bewegung in eine geradlinige handelt. ugepder Sün auch Bleuelstange, Pleuelstange oder Flügelstange genannt, beim Kurbelgetriebe (s. d.) die zur Verbindung des Gleitstücks und der Kurbel dienende Stange. In den vorstehenden Figuren ist eine sehr gebräuchliche Form der K. dargestellt. Der linke Kopf der Stange ist ein geschlossener, der rechte ein offener. Bei dem geschlossenen Kopf werden die Lagerschalen seitlich eingebracht und durch den mittels Schraube anzuziehenden Keil gehalten; bei dem offenen legen sich die Lagerschalen flach gegen die Stirnseite der Stange und werden durch eine Kappe, welche über Lager und Stangenkopf geschoben wird, gehalten. Der Anzug erfolgt ebenfalls durch Keile.