Kursivschrift, laufende Schrift, frz. Italique, engl. Italic, nennt man in der Buchdruckerkunst die nach rechts geneigte Form der Antiqua-Großbuchstaben in Verbindung mit in Gestalt und Lage der lat. Schreibschrift sich nähernden Kleinbuchstaben, und unterscheidet: I. Renaissance⸗ oder Medigeval (mittel- Wie die Renaissance-Antiqua, so ist die Renaissance-Kursiv von beiden Arten die zuerst für Druckzwecke in Gebrauch gewesene. Sie wurde auf Veranlassung des Aldus Manutius in Venedig in Nachahmung der schönen ital. Handschriften, wie sie unter andern auch Petrarca schrieb, zuerst geschnitten. Das erste Druckwerk in dieser Schrift war eine kleine Oktavausgabe des Virgil vom J. 1501. Zum Druck ganzer Werke wurde die K. jedoch seltener angewendet, wohl aber war sie zu Vorreden, Dedikationen, Anhängen, Registern u. dgl. die übliche, doch auch dies ist jetzt weniger mehr der Fall. Die K. wird fast nur in Verbindung mit der Antiqua angewendet und als zu dieser gehörend angesehen. Sie dient meist zum Hervorheben von solchen Sätzen oder Wörtern, die in Frakturschrift durch Sperren oder durch fette und got. Schriften bemerkbar gemacht werden, oder von Citaten in einer andern Sprache als der, in welcher ein Druckwerk abgefaßt ist. Die Renaissance-Kursivschrift, früher einfach Kursive genannt, wurde zu Anfang dieses Jahrhunderts durch die der gleichzeitig auftauchenden neuen Antiqua angepaßten Kursive II zeitweise verdrängt und erhielt später der Unterscheidung wegen die nähere Bezeichnung. Beide Arten der K. schließen sich an die entsprechenden Arten der Antiqua streng an, sodaß mit dem Wiederaufblühen der Renaissance-Antiqua auch die ihr zugehörige und dem allgemeinen Geschmacke am meisten entsprechende Renaissance-Kursivschrift wieder mehr zur Geltung kommt.