Kurz (Herm.), deutscher Litteraturforscher und Novellist, geb. 30. Nov. 1813 zu Reutlingen, besuchte das evang.⸗theol. Seminar zu Maulbronn, studierte in Tübingen Theologie und war später einige Zeit Pfarrgehilfe in Ehningen, widmete sich aber vorzugsweise sprachlichen und litterarhistor. Studien. Nachdem er das Faustbuch von Widman (Reutlingen 1834) herausgegeben und sich durch seine „Gedichtes (Stuttg. 1836) und „Dichtungenv mißt, sind unter C aufzusuchen. (Pforzh. 1839) namhaft gemacht, war er später einige Jahre Redacteur des liberalen Blattes Der Beobachters in Stuttgart und wurde 1862 Universitätsbibliothekar zu Tübingen, wo er 10. Okt. 1873 starb. Am bekanntesten wurde K. durch seine beiden Romane „Schillers Heimatsjahrery (2. Aufl., Stuttg. 1856—57) und „Der Sonnenwirto (2. Aufl., 3 Bde., Berl. 1862). Ferner übersetzte er Ariost, Cervantes, Chäteaubriand, Shakspeare, Byron, Moore u. a., schrieb Zu Shakspeares Leben und Schaffen. Altes und Neuesv (Münch. 1868) und den Text zu Konewkas «Falstaff und seine Gesellen» (Straßb. 1872). Ein anziehendes Geschichtsbild ist seine Schrift: Aus den Tagen der Schmach» (Stuttg. 1871). In der deutschen Litteratur widmete er seine Forschungen besonders Gottfried von Straßburg, dessen „Tristano er übersetzte und mit eigenem Schlusse versah (Stuttg. 1844; 3. Aufl. 1877). Im Verein mit Paul Heyse gab er den «Deutschen Novellenschatzo (Bd. 1—21, Münch. 1871—74) und „Novellenschatz des Auslandes» (Bd. 1—13, Münch. 1872—74) heraus. K. Gesammelte Werkey hat P. Heyse (mit einer Biographie des Dichters, 10 Bde., Stuttg. 1874) herausgegeben. [Bernardon.