Kußmanl (Adolf), namhafter Mediziner, geb. 22. Febr. 1822 in Graben bei Karlsruhe, studierte in Heidelberg, wurde 1848 bad. Militärarzt, wohnte dem Feldzug in Holstein bei, praktizierte 1850—53 als Arzt in Kandern und setzte dann seine Studien zu Würzburg fort. Er habilitierte sich 1855 in Heidelberg, wo er 1857 außerord. Professor wurde, ging dann 1859 als Professor der innern Medizin und Direktor der mediz. Klinik und Poliklinik nach Erlangen, 1863 als innerer Kliniker nach Freiburg und 1876 in gleicher Stellung nach Straßburg. Unter K.s wissenschaftlichen Leistungen sind besonders hervorzuheben die mit Tenner gemeinsam angestellten MUntersuchungen über Ursprung und Wesen der fallsuchtartigen Zuckungen bei der Verblutung sowie der Fallsucht überhaupte (Frankf. a. M. 1857), welche die Lehre von der Epilepsie bedeutend förderten. Ein großes Verdienst hat sich K. durch die Einführung verschiedener mechanischer Behandlungsmethoden in die innere Medizin Anwendung der Magenpumpe gegen Magenerweiterung und andere chronische Magenkrankheiten, der Thorakocentese bei eiteriger Rippenfellentzündung u. dgl.) erworben. Außer zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften veröffentlichte er: „Die Farbenerscheinungen im Grunde des menschlichen Auges Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. (Seidelb. 1845), Von dem Mangel, der Verkümmerung und Verdoppelung der Gebärmutter, von der Nachempfängnis und der überwanderung des Eieso (Würzb. 1859), «Untersuchungen über das Seelenleben des neugeborenen Menschen» (Lpz. 1859), Untersuchungen über den konstitutionellen Merkurialismus und sein Verhältnis zur konstitutionellen Syphilis v (Würzb. 1861), «über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methodev (Freiburg i. Br. 1869), Zwanzig Briefe über Menschenpocken-und Kuhpockenimpfungo(Freiburg 1870), «über die fortschreitende Bulbärparalyse und ihr Verhältnis zur progressiven Muskelatrophieß (Lpz. 1873), Die Störungen der Sprache. Versuch einer Pathologie der Spraches, in Ziemssens „Handbuch der Pathologie» (Lpz. 1877; 2. Aufl. 1881).