Küstendil, soviel wie Kiöstendil. Küstendsche oder Köstendsche, rumän. Constantza, Hauptstadt der rumän. Provinz Dobrudscha, an der Küste des Schwarzen Meers, ist dem Hauptteile nach auf einer Halbinsel gelegen, deren felsige Ufer meist schroff zur See abfallen. Die daneben befindliche Bucht von K. ist infolge der 1859 begonnenen Kai⸗ und Molenbauten in einen sichern und bequemen Hafen umgewandelt worden. Auch hat der früher sehr unbedeutende Ort nach Vollendung (1861) der Eisenbahn von K. zur Donau bei Czernawoda und besonders auch seit seiner Einverleibung in Rumänien beträchtlich an Aufschwung gewonnen, ist ein besuchtes Seebad geworden und zählt jetzt uber 10000 E. Die Häuser sind meistens aus Stein erbaut, die Straßen zum Teil gepflastert und mit Gas erleuchtet. Ein schönes Gebäude ist das 1882 eröffnete Hotel Carol. Auf dem Kai sind große massive und mehrstöckige Kornspeicher. K. ist Sitz einer Präfektur, eines Landesgerichts und eines Appellhofs, ferner Dampfschiffstation der Linie Galatz-Tultscha-K.⸗Konstantinopel des Ssterreich-Ungarischen Lloyd und der Messageries Maritimes. Bei den Römern hieß die Stadt Constantia oder Constantiana, bei den heutigen Griechen Konstantza, welchen Namen sie von der Schwester Konstantins d. Gr. erhielt. In der Nähe von K. hat man Inschriften und andere Spuren der alten niedermösischen Stadt Tomi oder Tomis gefunden, die aus der Sagengeschichte der Medea und als Verbannungs⸗ und Sterbeort Ovids bekannt ist. Dieser Ort hatte für die Römer auch eine militärische Bedeutung als befestigtes Castrum auf dem östl. Flügel des Trajanswalls (. d.). Die Stadt sank bereits unter den byzant. Kaisern und kam 1201 in den Besitz des Bulgarenkönigs Johannices. Die alten Gemäuer bei K. scheinen aus der Zeit der Genuesen zu stammen, die daselbst eine befestigte Handelsfaktorei besaßen und hier auf kurze Zeit einen blühenden Handel trieben. K. wurde 24. Jan. 1828 von den Russen erobert und 1854 von den Kosaken verheert. Durch den Berliner Vertrag von 1878 kam die Stadt mit der gesamten Dobrudscha an Rumänien.