Konstantinow, Kreisstadt im russ.⸗poln. Gouvernement Sjedlez, mit 3200 E., ist durch sein vortreffliches Weizenmehl bekannt. lajewitsch. Angtum oder Kostnitz, Kreisstadt im Großherzogtum Baden, liegt am Bodensee (nach der Stadt bisweilen auch Konstanzersee genannt), da wo der Rhein den obern und untern See miteinander verbindet, und ist der Endpunkt der Badischen Staatsbahn und der Linien Romanshorn-K. und Winterthur-K. der Schweizer Nordostbahn, durch Trajektanschluß nach Bregenz auch mit der Arlbergbahn verbunden. Den Verkehr mit den übrigen Uferorten vermitteln 33 Dampfschiffe. Die Stadt besteht aus der linksrheinischen Altstadt, dem mit Eisenbahnbrücke damit verbundenen rechtseitigen Seehausen und dem zu Kasernen umgewandelten Petershausen, ist Sitz eines Landeskommissärs, Landgerichts, Amtsgerichts, Bezirksamts, Reichsoberpostdirektion, der Zollbehörden und einer Reichsbanknebenstelle, hat ein Gymnasium, eine höhere Bürger⸗ und eine höhere Töchterschule, ein Museum für konstanzer Lokalgeschichte, ein von Wessenberg gestiftetes Rettungshaus für verwahrloste Mädchen und zählt (1880) 13354 meist kath. E., welche eine Indiennefabrik, Glockengießerei, Dampfziegelei, chem. Fabrik, Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen, von Kautschukdecken, Baumwollwaren, Essig, Mineralwasser, Cigarren und Möbeln unterhalten. Unter den fünf Kirchen ist vor allem der Dom hervorzuheben, der 1052 gegründet wurde, in seiner jetzigen Gestalt aber dem 16. Jahrh. angehört. Der got. Turm wurde erst 1846—58 aufgeführt. Das Innere enthält mancherlei Kunstwerke und andere Sehenswürdigkeiten. Die Stephanskirche ist ein got. Bauwerk aus dem 15. Jahrh. Die Augustinerkirche ist den Altkatholiken überlassen; eine evang. Kirche wurde 1873, eine Synagoge 1884 erbaut. Der große Saal des 1388 erbauten Kaufhauses diente während des großen Konzils als Kardinalskonklave. Das auf einer Insel im See gelegene Dominikanerkloster, in welchem einst Huß gefangen saß, ist seit 1875 zum eleganten Inselhotel umgebaut. — K., ein uralter Ort, wurde im 6. Jahrh. Sitz eines Bischofs, und wird 764 erstmals als Stadt bezeichnet. Hier schloß 1183 Kaiser Friedrich Barbarossa Frieden mit den Longobarden. K. war im Mittelalter eine angesehene Reichsstadt, die zur Zeit ihrer Blüte an 40000 E. gezählt haben soll. Besonders bekannt wurde sie durch das Konstanzer Konzil (s. d.). Die Reformation fand besonders durch die Bemühungen von Ambrosius Blaurer (s. d.) hier Eingang. Aber im Aug. 1548 wurde die Stadt, weil sie das Interim nicht angenommen und nachdem sie kurz vorher einen Versuch Karls V., sie durch überrumpelung in seine Gewalt zu bekommen, abgewiesen hatte, ihrer Privilegien verlustig erklärt und vom Kaiser seinem Bruder Ferdinand geschenkt. Die Stadt blieb nun, abgesehen von einer 1633 glücklich überstandenen Belagerung durch die Schweden unter G. von Horn, ohne in der Geschichte besonders hervorzutreten, bei Esterreich, bis sie 1805 an Baden gelangte. Vgl. Eiselein, «Geschichte und Beschreibung der Stadt K.» (Konstanz 1851); Marmor, „Geschichte der Stadt K.v (Konstanz 1871); Leiner, K. und seine Umgebungo (Zür. 1880). Das Bistum Konstanz wurde frühzeitig begründet. Der Bischof war deutscher Reichsstand und residierte teils in dem Schlosse zu Petershausen, teils in Meersburg. Im J. 1802 wurde das Bistum säkularisiert und 1817 aufgehoben. Der Landeskommissariatsbezirk Konstanz zählt auf 4351 qkm, wovon 182 auf den Anteil am Bodensee kommen, (1880) 282 332 E., wovon 256 300 Katholiken, 23305 Evangelische und 2015 Jsraeliten, und umfaßt die Kreise K., Villingen und Waldshut.