FeedKvicala (spr. Kwitschäla, Joh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kvicala (spr. Kwitschäla, Joh.), böhm. Philolog und Politiker, geb. 6. Mai 1834 in Münchengrätz, studierte in Prag und Bonn und ist seit 1859 Prosessor der klassischen Philologie in Prag. Seine zahlreichen, teils czechisch oder lateinisch, teils deutsch geschriebenen Arbeiten betreffen die griech. und lat. Syntar, die griech. Tragiker, die Gedichte Virgils: „Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophoklesv (4 Bde., Wien 1864—69), «Studien zu Euripidesv (Wien 1879), Virgilstudien » (Prag 1878), Neue Beiträge zur Erklärung der Aneisv (Prag 1881) 4. a. Als Politiker gehört K. der sog. jungczech. Partei an, vertrat böhm. Wahlkreise c1880 —83 im österr. Reichsrat und seit 1881 auch im böhm. Landtag, der ihn 1883 zum Mitglied des Landesausschusses wählte. Als solcher beantragte K. ein Gesetz, das überall in Böhmen czech. Kinder vom Besuch deutscher Schulen ausschließen sollte, unter Forderung der Errichtung entsprechender czech. Schulen oder doch Parallelklassen (die sog. «Lex Kviala, 4 Paragraphen). Im Reichsrat trug er namentlich (als Berichterstatter) zum Zustandekommen des Gesetzes über die Zweiteilung der prager Universität in eine deutsche und czechische bei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 716Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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