FeedKyburg oder Kiburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Kyburg oder Kiburg, Pfarrdorf im Bezirk Pfäffikon des schweiz. Kantons Zürich, liegt 632 m über dem Meere, 4½ Ekm südlich von Winterthur, auf einer waldigen Anhöhe am linken Ufer der Töß, zählt (1880) 386 E. und besitzt ein uraltes Schloß, einst Sitz der Grafen von K., welche als Erben der Herzöge von Zähringen im 13. Jahrh. das mächtigste Dynastenhaus der Schweiz waren. Nachdem dieses Geschlecht 1264 im Mannsstamme ausgestorben war, gingen seine Besitzungen westlich der Aare durch Heirat an die Grafen von Habsburg-Laufenburg über, die sich bis zu ihrem Erlöschen 1416 ebenfalls Grafen von K. nannten; die östl. Besitzungen mit der Stammburg und der Landgrafschaft im Thurgau fielen an Rudolf von Habsburg (s. d.) und durch diesen an das Haus Ssterreich, das jetzt noch Titel und Wappen von K. führt. Ssterreich trat die Grafschaft, nachdem es dieselbe mehrmals verpfändet, 1452 definitiv an die Stadt Zürich ab, welche die K. zum Amtssitz der gleichnamigen Landvogtei machte. Im J. 1832 ging das Schloß, welches eine reiche Rüstkammer und einen Rittersaal mit einer gewählten Galerie älterer Meister enthält, in Privatbesitz über. Vgl. Pupikofer, «Geschichteder Burgfeste K. (KMitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Züricho, XVI). Ein anderes Kyburg, richtiger Kibberg, Bad mit eisenhaltiger Quelle, liegt 475 m über dem Meere, 7½ km nördlich von Solothurn am Fuße des Burghügels von Buchegg im solothurnischen Bezirk Bucheggberg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 717Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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