FeedKyffhäuser
GeschichteBrockhaus 1882

Kyffhäuser wird der in seinen höchsten Gipfeln bis zu 460 m aufsteigende Bergrücken in der Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt genannt, der die Goldene Aue auf der Südseite begrenzt, und dessen Abdachung nach Frankenhausen zu den Namen Schlachtberg führt, nach der Schlacht, in welcher 15. Mai 1525 Thomas Münzer mit den Bauern besiegt wurde. Die höchste Spitze krönt die majestätische Ruine der alten Burg Kyffhausen, welche, zur Zeit der sächs. Kaiser zum Schutze der in dem Dorfe Tilleda am Fuße des Bergs gelegenen Pfalz erbaut, oftmals Wohnsitz der Kaiser war. Die älteste Nachricht, die sich davon findet, ist die von der Croberung der Burg 1118. Im J. 1407 wurden die Grafen von Schwarzburg mit Schloß und Berg K. belehnt und sind seitdem im Besitz geblieben. Die Kaisersage, welche sich daran knüpft und berichtet: «er (der Kaiser) wandere zu Kyffhausen auf dem wüsten Schloß und auch andern wüsten Burgen, die zum Reiche gehören v, kommt vor dem 15. Jahrh. nicht vor. Daß es Friedrich J. Barbarossa sei, ist erst durch Rückerts Ballade allgemein angenommen; gemeint war vielmehr Friedrich II. Vgl. Voigt, «Die deutsche Kaisersage (in H. von Sybels „Histor. Zeitschrifto, Bd. 26); E. Koch, «Die Sage vom Kaiser Friedrich im K. » (Grimma 1880); J. Häussner, «Die deutsche Kaisersagey (Bruchsal 1882); Baltzer, «Das Kyffhäusergebirger (2. Aufl., Rudolst. 1882). Westlich vom K. liegen die Ruinen der Rotenburg. Vgl. Richter, «Deutsches Kyffhäuserbuch » (Eisl. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 717Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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