FeedKynast
Sport & SpielBrockhaus 1882

Kynast, eine dem Grafen Schaffgotsch gehörige, 21 Rittergüter umfassende freie Standesherrschaft im Hirschberger Kreise des Regierungsbezirks Liegnitz der preuß. Provinz Schlesien, führt ihren Namen von dem durch Sage und Gesang vielfach verherrlichten Bergschlosse K. im Riesengebirge, welches von Herzog Bolko I. 1292 erbaut, 1360 von Bolko II., Herzog von Schweidnitz und Jauer, dem tapfern Ritter Gottsche Schof (Gotthard Schaf) übergeben und 31. Aug. 1675 vom Blitze zerstört wurde. Die romantisch gelegenen Ruinen von K., auf einem bewaldeten Granitfelsen, 4 Km im Südsüdwesten von Warmbrunn, 612 m über dem Meere, sind umfänglich und ziemlich gut erhalten. Außer einem seltenen Echo genießt man von hier eine entzückende Aussicht in das schöne Hirschberger Thal. Nach der Volkssage lebte einst in diesem Schlosse ein Fräulein Kunigund (von Körner verherrlicht), die Erbin großer Besitzungen, die nur dem Ritter um ihre Hand zu werben gestattete, welcher auf der schmalen Burgmauer das Schloß zu umreiten den Mut hätte. Viele hatten diese Probe mit dem Leben gebüßt, bis endlich ein Herzog von Sachsen den Ritt glücklich vollbrachte, aber, als ihm das Fräulein liebeglühend entgegenkam, höhnend erklärte, daß bereits eine andere sein Herz besitze. Am nördl. Fuße des Ruinenbergs liegt das Dorf Hermsdorf (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 718Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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