FeedLabiénus (Titus Atius L.)
GeschichteBrockhaus 1882

Labiénus (Titus Atius L.), war 63 v. Chr. Volkstribun und klagte, von Cäsar veranlaßt, den Gajus Rabirius, welchen Cicero verteidigte, als Mörder des Saturninus an. Im Gallischen Kriege erwarb sich L. als Cäsars Legat (Unterfeldherr) kriegerischen Ruhm und große Reichtümer, schloß sich jedoch, als der Bürgerkrieg ausbrach (49 v. Chr.), dem Pompejus an und nahm an den Gefechten bei Dyrrhachium und an der Schlacht bei Pharsalus teil. Später traf er mit den flüchtigen Pompejanern in Afrika zusammen und focht im Afrikanischen Kriege gegen Cäsar, den er nach der Landung desselben bei Ruspina mit Glück angriff. Mit Sertus Pompejus und andern entkam er nach Cäsars Siege bei and nach Spanien zu Gnäus Pompejus und fand in der Schlacht bei Munda (45 v. Chr.) seinen Tod. Sein Sohn, Quintus L., wurde von Brutus und Cassius an den Partherkönig Orodes J. gesendet, dessen Hilfe zu erbitten. Er drang mit Pacorus, dem Sohne des Königs, in Syrien und Vorderasien ein, mußte sich aber 39 vor dem Legaten des Antonius, Publius Ventidius, zurückziehen und wurde von Demetrius, einem Freigelassenen des Cäsar, der für Antonius Cypern verwaltete, in seinem Zufluchtsorte in Cilicien entdeckt und getötet. Titus L., wohl des + n Sohn (oder Bruder), machte sich unter Augustus einen Namen als Redner und als Geschichtschreiber im entschieden republikanischen Sinne und erhielt wegen der Heftigkeit seines Auftretens den Spitznamen Rabies (Wut). Von seinen Schriften blieb nichts erhalten. Den Namen des L. benutzte A. Rogeard zu dem Titel des gegen 19 47618 III. verfaßten Pamphlets Les propos de L.„ (1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 722Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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