Ludwig I. (Karl August), König von Bayern 1825—48, der erstgeborene Sohn und Nachfolger des Königs Maximilian l. Joseph aus dessen erster Ehe mit Marie Wilhelmine Auguste, Prinzessin von Hessen-Darmstadt, wurde 25. Aug. 1786 zu Straßburg geboren, besuchte die Universitäten zu Landshut und Göttingen, kommandierte im franz. Heere 1807 gegen Preußen und 1809 gegen Ssterreich und in Tlrol eine bayr. Division und vermählte sich 2. Okt. 1810 mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Nachdem L.“ 13. Okt. 1825 den Thron bestiegen, zog er ausgezeichnete Gelehrte und Künstler (Cornelius, Schnorr, Kaulbach, Schwanthaler u. a.) in seine Nähe, verlegte die Universität von Landshut nach München, reorganisierte die Akademie der Künste und ließ die prachtvollsten Bauten ausführen, unter denen das Odeon, der königl. Palast, der Wittelsbacher Palast, die Basilika, die Allerheiligen⸗, die Ludwigskirche, die Ruhmeshalle, die Feldherrenhalle, das Siegesthor, die Bibliothek, das Universitätsgebäude, die neue Pinakothek in München, die Walhalla bei Regensburg, die Villa bei Edenkoben, die Verschönerungen der Dome in Bamberg, Regensburg und Speier u. s. w. besonders hervorzuheben sind. Der griech. Sache brachte er, als sein Sohn Otto zum König von Griechenland gewählt war, bedeutende materielle Opfer, auch aus seinem Privatvermögen (über 2 Mill. Gulden); 1836—37 machte er eine Reise nach Griechenland. L. ist der Schöpfer des Ludwigskanals und der Gründer der Stadt Ludwigshafen. Auch als Dichter trat er auf. Seine Gedichtes (Münch. 1829; 3. Aufl., 4 Bde., 1839) wie seine Prosa (KWalhallas Genosseno, Münch. 1843) tragen das Gepräge einer eigentümlichen Originalität der Form. War diese Seite von L.s Regierung glänzend, so trat dagegen in den dreißiger Jahren, besonders seit der Ernennung Abels zum Minister des Innern 1837), eine starke Reaktion in kirchlicher und polit. Richtung ein. Zwar wurde zu Anfang 1847 die ultramontane Partei gestürzt; aber die Ursache hiervon, der Konflikt des Ministeriums mit der span. Tänzerin Lola Montez (s. d.), ließ keine Freude darüber aufkommen. So kam es schon im Febr. 1848 in München zu unruhigen Auftritten, denen Lola Montez weichen mußte. Bald darauf ward dann auch Bayern von der revolutionären Bewegung ergriffen, infolge deren L. 20. März 1848 die Regierung in die Hände seines ältesten Sohnes Maximilian II. niederlegte. Seitdem lebte er als Privatmann und starb 29. Febr. 1868 in Nizza; sein Leichnam wurde in der Basilika zu München beigesetzt. Ein Reiterstandbild L.s (von Widnmann) wurde 1862 in München errichtet. Vgl. Sepp, «L. Augustus, König von Bayern (Schaffh. 1869); Heigel, 4L. I., König von Bayerno (Lpz. 1872). Aus seiner Ehe mit der Königin Therese, welche am 26. Okt. 1854 starb, entsprangen vier Söhne: 1) sein Nachfolger König Maximilian II. (s. d.), der 10. März 1864 starb; 2) Otto (s. d.), König von Griechenland, gest. 1867; 3) Luitpold, geb. 12. März 1821, bayr. Feldzeugmeister, vermählt 1844 mit der Erzherzogin Auguste (gest. 1864), der Tochter Leopolds von Toscana; 4) Adalbert, geb. 19. Juli w1828, bayr. Generallieutenant, vermählt 1856 mit Amalie, Tochter des span. Infanten Franz de Paula, gest. 21. Sept. 1875, und vier Töchter: Maria, vermählt mit Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt, gest. 1862; Adelgunde, vermählt mit Herzog Franz V. von Modena: Hildegard, vermählt mit Erzherzog Albrecht von Osterreich, gest. 1864: und Alexandra, gest. 1875.