Lachner (Franz), einer der bedeutendsten Komponisten und Orchesterdirigenten des 19. Jahrh., geb. 2. April 1803 zu Rain am Lech, bekam von seinem Vater, einem Organisten, den ersten Musikunterricht, besuchte 1816—19 das Studienseminarzu Neuburg a. D. und studierte hierauf in München unter Ett Musik. Im J. 1822 wandte er sich nach Wien, wo er die Stelle eines Organisten an der prot. Kirche erhielt. Im J. 1826 wurde er Kapellmeister an dem Kärtnerthortheater daselbst, 1839 folgte er einem Rufe als Leiter der Oper nach Mannheim und 1836 als königl. Kapellmeister nach München, wo er seitdem verblieb und 1852 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. Im J. 1868 trat er in den Ruhestand. Als Dirigent hat L. die münchener Oper und das münchener Hoforchester auf eine bis dahin unerreichte Höhe gebracht; namentlich seine von klassischen Traditionen getragenen Symphonie-⸗Aufführungen waren weithin berühmt. Als Komponist steht L. vollständig auf dem klassischen Boden der wiener Schule und nähert sich dabei in vieler Beziehung der romantischen Richtung seines Freundes Franz Schubert. Seine Hauptvorzüge sind: ausdrucksvolle, edle Melodiebildung, weiche Harmonik, klare und kunstvolle thematische Arbeit und glänzende Instrumentation. Von seinen Werken sind etwa zwei Dritteile gedruckt; unter den ungedruckten befinden sich namentlich noch zahlreiche Kirchenkompositionen, welche zum Gebrauche beim Gottesdienste in der Allerheiligen-Hofkirche geschrieben wurden. Er schrieb die Opern „Die Bürgschafty (1827), Alidiap (1838), Katharing Cornarop, welche über alle größern deutschen Bühnen ging (1841), Benvenuto Cellinio (1848), die Cantate „Die vier Menschenaltero (1829), das Oratorium Mosesy (1833), Musik und Chern zu König Odipuso (1852), Recitative zu Cherubinis Medea (1854), acht Symphonien, worunter die Sinfonia appasionata in CO-mollo 1835 in Wien den ersten Preis errang; 8 Orchestersuiten; . min Kammermusikstücke für Streich-und Blasinstrumente, Klavier⸗ und Orgelkompositionen, viele Lieder Duette, Terzette und Quartette für Frauen⸗, Männer⸗ und gemischte Stimmen, ein großes Requiem mit Orchester, endlich die berühmten Männerchöre 4Sturmesmythev, 4 Schlachtgesangy, Macte Imperatorv, (Kriegers Gebetv.