FeedLachs
TierreichBrockhaus 1882

Lachs oder Salm (Salmo) ist eine sehr artenreiche, zumal über die nördl. Gegenden unserer Halbkugel weitverbreitete Gattung von Fischen aus der Abteilung der Bauchweichflosser. Der Leib ist gefleckt, die Oberkieferknochen bilden mit dem Zwischenkiefer zusammen den Mundrand; über der Afterflosse steht eine Fettflosse, und die Kiemenhaut hat zehn oder mehr Strahlen. Es sind Süßwasser- und Meerfische. Die meisten Arten sind kräftig, c lebhaft und schwimmen sehr schnell und gechickt. Sie sind mit kräftigen Zähnen, die auf den Kiefern, Gaumenbeinen, der Pflugschar und Zunge stehen, reichlich versehen und daher schwächern Wasserbewohnern giahrlich, ziemlich gefräßig, listig und vorsichtig und größtenteils durch wohlschmeckendes Fleisch ausgezeichnet. Der eigentlich sogenannte L. oder der große Lachs oder Salm (S. Salar) ist ein Seefisch, der in allen nördl. Meeren vorkommt und im Mai, um zu laichen, in Scharen aufwärts in die Flüsse (in Deutschland in den Rhein, die Elbe, Oder, Weser) zieht. Er steigt unermüdlich bis dahin hinauf, wo der Fluß flacher wird und kiesigen Grund hat, wobei er sich durch Hindernisse, wie Wehre und Wasserfälle, nicht abhalten läßt, sondern dieselben überspringt. An solchen Orten finden die Fischer hauptsächlich ihre Rechnung, und hier werden auch die sog. Lachs- oder Salmfänge angelegt. Der L. ist meist m lang, selten länger, 7,5 bis 12,5 kg schwer, selten bis 20 kg und nur in einzelnen Fällen bis 40 kg schwer. Sein rötliches Fleisch ist zwar stets wohlschmeckend, doch hängt die Güte desselben vom Aufenthaltsorte und Futter ab. So ist in Deutschland der Rheinlachs stets geschätzter als der Elb-oder Oderlachs. Er wird sowohl frisch als auch geräuchert und mariniert verspeist. Besonders wichtig ist der Lachsfang für den Norden Europas; vorzüglich wird der Fang in Island, Norwegen und Schottland im großen betrieben. Der L. ist oben schwarzgrünlich, an den Seiten bläulich und unregelmäßig braun gefleckt, unten weißlich, und die untern Flossen sind gelblich. Die jährigen L. heißen Sälmlinge, die ausgewachsenen und fetten werden Weißlachse, die magern und schlechten Graulachse, die im Meere gefangenen Rotlachse und die zur Laichzeit gefangenen Kupferlachse genannt. Bei alten Männchen steht der Unterkiefer hakig vor; solche Exemplare nennt man Hakenlachse. Die Forellen (s. d.) gehören ebenfalls dieser Gattung an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 730Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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