Lack wird oft gleichbedeutend mit Firnis (s. d.) gebraucht. Im engern und gebräuchlichern Sinne versteht man darunter die Auflösungen von Harzen (namentlich Kopal, Bernstein, Asphalt) in einem trocknenden fetten Sle (Leinöl, Hanföl, Mohnöl), mehr oder weniger verdünnt durch Terpentinöl, welche zum überziehen von Blechwaren, Papp⸗ und Papiermaché-Gegenständen, Holzarbeiten, Lederwaren, Eisenwerk u. s. w. benutzt werden, um auf diesen Gegenständen glänzende, harte, der Nässe widerstehende und die natürliche Oberfläche verbergende Anstriche zu bilden. Das Lackieren (überziehen der Gegenstände mit L.), ein wichtiger Industriezweig, ist eine Erfindung der Chinesen oder Japanesen und wurde durch einen Augustinermönch, Namens Eustachius aus Indien nach Rom gebracht, von wo aus es sich über Europa verbreitete. Der chinesische Lack ist indes keine durch Kunst bereitete Zusammensetzung, 0n ob ein harziger Stoff, welcher aus dem Tsichon oder Lackbaum (Iugia Chinensis) fließt und mit dem Hle aus den Früchten der Vernicia montana gemischt wird. Der japanesische Lack, welcher weit mehr geschätzt ist, wird durch Einschnitte aus dem Firnis-Sumach (Rhus verniz) gewonnen und mit dem Ole der Bignonia tomentosa versetzt. (Vgl. Lackarbeiten des Orients.) Die gewöhnliche Art der Lackierung ist die, wobei der L. mit der Farbe zugleich aufgetragen wird. Alle bessern Arbeiten bekommen zuerst Anstriche von in L. angeriebener Farbe und darüber 8—10 Lagen von reinem L. ohne Farbe, denen man durch Schleifen und Polieren Glätte und Glanz erteilt.