Schellack oder Gummilack ist ein Harz, das sich auf den jungen Zweigen verschiedener Sträucher und Bäume, wie Croton vaccifèrum, Ficus religiosa und indica, Rhamnus jujuba, Acacia cineraria u. s. w. bildet. Es geschieht dies infolge des Stichs der Weibchen der Lackschildlaus (Coœcus laccae) in die Rinde, wonach ein Saft ausfließt, der die Brut des Insekts einhüllt und dann auf dem Zweige austrocknet. Diese Harzmasse, in welcher noch Reste der später ausgekrochenen karminhaltigen Insekten zurückbleiben, wird mit den Zweigen abgenommen und gibt den Stocklack Etick-lac). Entzieht man der Masse durch Kochen mit schwacher Sodalösung den roten Farbstoff, den sie enthält, so entsteht der gelblichbraune Körnerlack (seed-lac). Aus dem Körnerlack gewinnt man endlich durch Schmelzen und Auffangen der geschmolzenen Masse — Pisangblättern den S. oder Tafellack (shell-lac), dünne, platte Stücke, die durchscheinend, glänzend, hart, von muscheligem Bruch und orange bis braunrot gefärbt sind. Im S. finden sich verschiedene Harze, besonders das Lackharz, nebenbei noch Farbstoffe, Fette und Wachs. Der S. schmilzt leicht, löst sich größtenteils in Weingeist und Ather und kann auch durch Chlor gebleicht werden, wodurch er für Herstellung von farblosen Firnissen besonders geeignet wird. Man gebraucht den S. namentlich zur Bereitung der Weingeistfirnisse, der Tischlerpolitur, des Siegellacks, verschiedener Kitte; auch bildet er die Hauptmasse des Marineleims und der Elektrophorkuchen. Auch bedient man sich seiner in Boraxlösung gelöst zum Steifen und Wasserdichtmachen der Filzhüte etc.