Lairesse (Gerard de), niederländ. Maler, Kupferätzer und Kunstschriftsteller, geb. 1641 zu Lüttich, Schüler seines Vaters Regnier de L. und des Bertholet Flémalle, auch stark beeinflußt von [ Nic. Poussin, begab sich früh nach Holland und wurde seßhaft zu Amsterdam, wo er eine große Menge Gemälde und Zeichnungen, wie auch eine beträchtliche Anzahl Radierungen verfertigte, welche letztern der amsterdamer Kunstverleger Nik. Visscher herausgab unter dem Titel: 4Gerardi de L. leodiensis pictoris opus elegantissimumo. Er arbeitete mit Leichtigkeit und behandelte alle Kunstfächer, besonders mytholog. und histor. Gegenstände. L. schrieb auch über Malerei. Sein 4Groot Schilderboeko (2 Bde., Amsterd. 1707; 2. Aufl. 1712) war ein seinerzeit sehr geschätztes Werk, welches ins Deutsche (3 Bde., Nürnb. 1728; 3. Aufl. 1800), Französische (2 Bde., Par. 1786) und Englische übersetzt wurde. L. lebte längere Zeit auch im Haag, in Utrecht und Herzogenbusch und starb 28. Juli 1711 zu Amsterdam.