Lamanskij (Wladimir Iwanowitsch), russ. Slawist, geb. 1833 in Petersburg, seit 1865 Professor der slaw. Sprachen an der dortigen Universität, ist einer der eifrigsten und gelehrtesten Vertreter der sog. slawophilen Richtung in Rußland. Seine Theorie vom Gegensatz der griech.⸗slaw. zur roman.⸗ german. Welt hat er dargestellt in «Istorideskoe 1 der griech.⸗slaw. Weltov, Petersb. 1871½). ls scharfer Kritiker erweist er sich in seinen Abhandlungen über „Serbien und die südslaw. Provinzen Osterreichso (1864) und über die altezech. Litteraturdenkmäler (1879). Außerdem schrieb er «Uber die Slawen in Kleinasien, Afrika und Spanieno (1859), über südruss. Lieder, über bulgar. Sprache und Schrifttum (Neporssennyj voproso, 1869) u. a., publizierte auf die Griechen, Slawen und Türken im 15. und 16. Jahrh. bezügliche Dokumente aus Archiven zu Venedig unter dem Titel „Secrets d'Etat de Venises (Petersb. 1884). Auch gab er in russ. Sprache ein von dem Slowaken Liudewit Stur hinterlassenes deutsches Manuskript: „(Das Slawentum und die Welt der Zukunfto (Mosk. 1867), heraus. Sein Bruder, Eugen Iwanowitsch L., geb. 1825, war nach Stieglitz 1866—81 Direktor der kaiserl. Staatsbank in Petersburg. Auch war er der Organisator und langjährige Präsident der Gesellschaft für gegenseitigen Kredit daselbst, sowie Verfasser mehrerer Abhandlungen über Kredit⸗ und Finanzwesen. 128