Landeck, Stadt im Kreise Habelschwerdt der preuß. Grafschaft Glatz, 28 Km im SO. von Glatz, am Neissezufluß Biela, 467 müber der Ostsee, in einer schönen, nach O., N. und W. von hohen Bergen eingeschlossenen Gegend gelegen, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 2703 meist kath. E. und verdankt ihre Berühmtheit den nicht weit davon in dem Dorfe Thalheim entspringenden Mineralquellen. Man unterscheidet fünf Quellen: das St. Georgen-oder Alte Bad (23 R.), das Liebfrauen-oder Marien⸗ oder Neue Bad (22 R.), die Friedrichsquelle (17“ R.), den Marianenbrunnen oder die Trinkquelle (16 R.) und die Wiesenquelle (21 R.), welche erst 1837 wieder aufgegraben wurde. Dieselben gehören sämtlich zu den erdigsalinischen Schwefelquellen. Man gebraucht das Wasser teils als Getränk, gewöhnlich mit Ziegenmilch oder Molken vermischt, teils und vorzugsweise als Bad in verschiedenen Formen. Außerdem besteht hier eine Kaltwasserheilanstalt und eine Moorbadeanstalt; auch ist L. ein beliebter klimatischer Kurort. Die Zahl der Fremden belief sich 1884 auf 6565. Der Ort hat ein alle Vorzüge der reinen Gebirgsluft in sich vereinigendes Klima. Das Alte Bad war schon im 13. Jahrh. bekannt, und gegen Ende des 17. begann man auch das Neue Bad zu gebrauchen. Doch kamen die Anstalten in Verfall und hoben sich erst wieder, als Friedrich II. von Preußen 1766 die Bäder mit gutem Erfolg gebrauchte. Vgl. Langner, Bad L.v (3 Tle., Glatz 1872).