FeedLangiewiez (Maryan)
HeilkundeBrockhaus 1882

Langiewiez (Maryan), poln. Insurgentenanführer, geb. 5. Aug. 1827 zu Krotoschin, Sohn eines Arztes, bezog die Universität Breslau, wo er sich besonders der Mathematik zuwandte. Er diente ein Jahr in der preuß. Artillerie und wurde Bombardier. Im J. 1860 kam L. nach Paris, wo er eine Lehrerstelle an der Militärschule erhielt, die Mieroflawski errichtet hatte. Noch in demselben Jahre beteiligte er sich an dem Zuge Garibaldis auf dem neapolit. Festlande als Adjutant des Generals Milbitz. Im J. 1862 hielt er sich in Angelegenheiten des demokratischen Centralausschusses zu Paris und zu London auf. Er begab sich sodann heimlich nach Polen, wurde nach Ausbruch des Aufstandes von 1863 Führer eines Freikorps im Bezirk Sandomir und verstand es, mit seiner etwa 4000 Mann zählenden Schar den Russen gegenüber Erfolge zu erringen. Am 10. März erklärte ihn dieselbe zum General und Diktator von Polen, und L. ernannte 12. März eine Civilregierung. Die Russen wandten jetzt alle verfügbaren Truppen gegen L., schlugen denselben bei Chrobrze (17. März) und bei Busk (18. März) und drängten den Rest seines Korps 19. März auf österr. Gebiet. Von den österr. Behörden wurde er zu Tarnow, dann zu Krakau, später zu Josephstadt interniert. Ende Febr. 1865 erhielt L. seine Freiheit, worauf er seinen Wohnsitz im Dorfe Grenchen im Kanton Solothurn nahm. Später begab sich L. nach der Türkei und wurde in Kadiköi bei Honftantinopei von der türk.Regierung imArtilleriedienst beschäftigt, wandte sich aber bald nach Frankreich, wo er viele Jahre unter dem Namen Langlé in größter Dürftigkeit in Paris lebte, und starb Ende Dez. 1881 im städtischen Hospital zu Lille.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 805Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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