Langrand-Dumonceau (Andreas, Graf), geb. 5. Dez. 1826 zu Vossem bei Lüttich aus niederm Stande, ward Bankschreiber und fand bald mit seiner Idee der «Christianisierung des Kapitalso bei der hohen Geistlichkeit Anklang, gründete in Brüssel ein Bankgeschäft- und stand dem Papste vielfach finanziell bei, wofür dieser ihn zum Grafen erhob. Von allen Seiten strömten seinen Gründungen Kapitalien zu, bis 1870 der Bankrott über ihn hereinbrach. Der Rückhalt, den L. bei hohen Persönlichkeiten fand, verzögerte den Prozeß und ließ ihm Zeit, zu entfliehen; nachdem die Untersuchung acht Jahre —— geschwebt, wurde L. endlich wegen betrügerischen Bankrotts und Fälschung in contumaciam zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 806Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei