Langres, feste Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Haute-Marne, links an der Marne, 475 müber dem Meere, auf einer die umliegende fruchtbare Ebene beherrschenden Höhe des durch seinen Eisenreichtum ausgezeichneten Plateau von Langres, welches die Wasserscheide zwischen dem Mittelmeere, der Nordsee und dem Kanal bildet und im Mont-Tasselot im S. der Seinequelle bis zu 608 m aufsteigt. L., Station der Linien Paris-Belfort-Petit-Croir, Blesme-Gray „Poinson-Beneuvre-L. und L.⸗Antilly der Französischen Ostbahn, ist Bischofssitz und hat alte Mauern mit Türmen und Resten röm. Triumphbogen, eine schöne, gegen Ende des 12. Jahrh. im Übergangsstil erbaute Kathedrale, St.⸗Mamm's, ein gallo-röm. Thor, wohl aus dem 4. Jahrh., einen Gerichtshof erster Instanz und ein Handelsgericht, ein Kommunal-Collége in einem sehr schönen Gebäude, ein theol. Seminar, eine öffentliche Bibliothek, eine Gemälde⸗ und Antiguitätensammlung in der ehemaligen Kirche St.⸗Didier und schöne Promenaden. Ein Denkmal des hier geborenen Diderot (Standbild von Bartholdi) wurde 3. Aug. 1884 enthüllt. Die Stadt zählt (1876) 9488, als Gemeinde 10376 E., welche Fabriken berühmter Messerschmiedewaren (namentlich Scheren), auch Lederfabriken, Essigsiedereien und Bierbrauereien unterhalten und lebhaften Handel mit diesen Erzeugnissen sowie mit landwirtschaftlichen Produkten treiben. L. das alte Andomatunnum, die Hauptstadt der gallischen Lingones, daher auch Civitas Lingonum genannt, erhielt vom Kaiser Otho röm. Bürgerrecht. In ihrer Nähe wurden 301 die Alamannen von Constantius Chlorus und 680 König Dagobert vom Majordomus Ebroin geschlagen. Von den Burgundern kam die Stadt 534 an die Franken, 843 an Frankreich. Sie war schon früh Bischofssitz, hatte später eigene Grafen, gelangte durch Herzog Hugo III. von Burgund 1179 an dessen Oheim Walter, den Bischof von L., und wurde zu dessen Gunsten von Ludwig VII. zum Herzogtum erhoben. Die Stadt wurde 1362 gegen die Engländer befestigt, unter Ludwig XI. und Franz I. noch verstärkt, verfiel aber später und erhielt erst unter Ludwig Philipp wieder Festungswerke. L. wurde im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 von den Deutschen nur cerniert. Am 16. Dez. 1870 kam es bei L. und Longeau zu einem heftigen Gefecht zwischen Truppen vom deutschen 14. (Werderschen) Armeekorps und den Franzosen, in welchem letztere nach L. zurückgeworfen wurden. Die Umgegend bildet die Landschaft Bassigny, die früher teils zum Herzogtum Bar, teils mit L. selbst zur Champagne gehörte.