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ErdkundeBrockhaus 1882

Laodamia, in der griech. Sagengeschichte Tochter des Akastos, Gemahlin des Protesilaos (s. d.), berühmt wegen ihrer zärtlichen Liebe zu ihrem Gatten, dem sie freiwillig in den Tod folgte. Laodieẽa (grch. Laodikeia) war der Name verschiedener asiat. Städte, unter welchen die im südwestl. Phrygien nahe der Grenze von Karien und Lydien nicht weit vom südl. Ufer des Flusses Lykos gelegene die bedeutendste war. Sie war von König Antiochos II. von Syrien gegründet und gelangte besonders seit dem Beginn der röm. Kaiserzeit zu hoher Blüte, die durch ein verheerendes Erdbeben 61n. Chr. nur vorübergehend gestört wurde. In der christl. Kirchengeschichte ist sie bekannt als Sitz eines um die Mitte des 4. Jahrh. n. Chr. gehaltenen Konzils. Im Mittelalter, besonders seit dem 12. Jahrh., litt sie stark durch Verwüstungen der Türken. Heutzutage sind noch Ruinen von ihr in der Nähe von Eski-Hissar erhalten, darunter die eines Theaters und einer Rennbahn. Ein zweites L. lag an der Westküste von Syrien, südlich vom Berge Kasios, mit einem guten Hafen, in einer sehr fruchtbaren, besonders trefflichen Wein erzeugenden Gegend. Es war eine Kolonie des Seleukos I. Nikator, die an die Stelle einer ältern, Ramitha genannten Ortschaft trat und noch jetzt in dem Namen der neuern Stadt Latikieh fortlebt. Ein drittes L. lag südlich von dem ebengenannten, in Cölesyrien, zwischen den nördlichsten Teilen des Libanon und Antilibanon (daher L. am Libanon genannt); ein viertes in der Landschaft Lykaonien, zwischen Phrygien und Kappadocien, mit dem Beinamen Katakekaumene (die Verbrannte), jetzt Jorgan Ladik; ein fünftes in Medien. Laodike war nach der Ilias eine Tochter des Priamos und der Hekabe, Gemahlin des Helikaon. Nach Spätern wurde sie durch Akamas, der als Gesandter in Troja war, Mutter des Munitos, welcher von Äthra, der Großmutter des Akamas, auferzogen und nach der Eroberung Trojas demselben übergeben wurde. L. aber ward bei der Zerstörung Trojas von der Erde verschlungen oder starb aus Verzweiflung über den Verlust ihres Sohnes, der in Thrazien von einer Schlange gebissen worden war. — L. heißt auch bei Homer eine Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra, welche von den Tragikern mit Elektra identifiziert wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 811Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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