Lappland, bei den Eingeborenen Sameädnam genannt, eine sehr ausgedehnte Landschaft im äußersten N. Europas, grenzt gegen N. und W. an das Nördliche Eismeer, welches die Porsanger⸗-, Waranger⸗ und andere Fiorde bildet, gegen S. an das schwed. Norrland und an Finland, im O. an das Weiße Meer. L. war früher ein gemeinsamer Distrikt für die Nachbarländer. Erst in neuerer Zeit sind die Grenzen näher bestimmt und jetzt zerfällt L. in vier Teile: 1) das Norwegische Lappland oder Finmarken, die Küstengegend am Eismeere bis zum Jakobself; 2) das Russische Lappland, vom Jakobself östlich bis zum Weißen Meere; 3das Schwedische Lappland, der innere westliche Teil, südlich von Finmarken; 4) das Findarchr Lappland, im Westen vom russischen L., durch Torneä- und Muoniofluß vom schwedischen L. getrennt. L. ist ein rauhes, waldiges, teils bergiges, teils ebenes und sumpfiges Land, durch welches die Kette der nordischen oder Lappländischen Alpen mit ihren weitverbreiteten Asten zieht, die auf der Nordwestseite am höchsten ist und gegen Osten hin sich allmählich verflacht. Viele Bäche und Flüsse ergießen sich von den Gebirgen in das Nördliche Eismeer und in den Bottnischen Meerbusen. Auch gibt es zahlreiche Seen, zum Teil von beträchtlichem Umfange, z. B. den inselreichen, w1421 ꝗkm großen Enare. Der Winter ist lang und streng, der Sommer kurz; der längste Tag dauert in den südlichern Gegenden 24 Stunden und in den nördlichsten drei Monate; ebenso lang ist die längste Nacht im Winter. Das Korn wird Ende Mai gesäet und Mitte August geerntet, aber oft von Nachtfrösten verdorben. Der Sommer ist heiß wie in Italien, und durch allerlei Mosquitos fast unerträglich, die Menschen und Vieh quälen. Der Boden ist nur in den südlichsten Gegenden des schwedischen L. des Anbaues fähig. Die Waldungen bestehen aus Tannen, Fichten, Erlen, Birken und Weiden. Nur die Kolonisten im schwedischen L. haben Pferde, Rindvieh und Schafe; bei den Lappen vertritt das Renntier die Stelle aller übrigen Haustiere. Außerdem gibt es in L. Wölfe, Bären, Luchse, Füchse, Marder, Hermeline und Fischottern. An Zugvögeln und anderm wilden Geflügel, sowie an Fischen ist überfluß. Von Mineralien findet man Eisen, Kupfer und silberhaltiges Bleierz. Das Land ist sehr spärlich bevölkert; die Einwohner sind teils Lappen (s. d.) als Ureinwohner, teils Kolonisten. Im schwedischen L. nimmt seit 1760, wo zuerst zwei schwed. Familien ins Land kamen, die Zahl der Kolonisten (Nybyggare) rasch zu. Vgl. Helms, «L. und die Lappländero (Opz. 1868); Aubel, «Ein Polarsommer. Reise nach L. und Kaninp (Lpz. 1874); von Düben, «Om Lappland och Lapparnen (Stockh. 1873); Ecker, „L. und die Lappländero» (Freiburg i. B. 1878).