Lappenberg (Joh. Mart.), namhafter Geschichtsforscher, geb. 30. Nai 1794 in Hamburg, studierte in Edinburgh Medizin, ging aber bald zu histor. polit. Studien über, hielt sich längere Zeit in London auf und widmete sich dann in Berlin und Göttingen rechtshistor. Studien. Vom Senat seiner Vaterstadt wurde er hierauf als Ministerresident an den preuß. Hof gesandt und übernahm 1823 das Amt als Archivar im hamburger Senat, das er bis 1863 bekleidete. Er starb 28. Nov. 1865. Seinen wissenschaftlichen Ruf begründete L. durch seine Geschichte von Englande (Bd. 1u. 2, Hamb. 1834—37), die an Pauli (s. d.) einen Fortsetzer fand. Seine übrigen Schriften betreffen meist die Geschichte und das Recht der Hansa, Niederdeutschlands, besonders aber Hamburgs. Dahin gehören, dußer der Fortsetzung von Sartorius' «Urkundlicher Geschichte des Ursprungs der deutschen Hansav (2 Bde., Hamb. 1830), die «Urkundliche Geschichte des Hansischen Stahlhofs zu London» (1851), das „Hamburgische Urkundenbucho (Bd. 1, Hamb. 1842) und die Zeitschrift des Vereins für hamburger Geschichte» (Bd. 16, Hamb. 1841—66), an die sich die (Hamburger Rechtsaltertümerd (Bd. 1, Hamb. 1845) und eine Anzahl kleinerer Arbeiten reihen. L.s Ausgaben der Chroniken der Stadt Hamburg in niederdeutscher Sprachey (Hamb. 185261) und des Thraziger (Hamb. 1864) haben ebenso wie die früher erschienenen „Quellen zur Geschichte des Erzbistums und der Stadt Bremenv (Brem. 1841) auch für den Sprachforscher hohen Wert. Um die Geschichte der deutschen Litteratur hat sich L. durch die Reliquien des Fräulein S. K. von Klettenberge (Hamb. 1849), die Ausgaben von Thomas Murners Till Eulenspiegel (Lpz. 1853), der niederdeutschen Scherzgedichte des Lauremberg (Stuttg. 1861) und der deutschen, sowie der meist bisher noch ungedruckten lat. Gedichte Paul Flemings (2Bde., Stuttg. 1863—65) verdient gemacht. Nach seinem Tode erschienen die von L. gesammelten Griefe von und an Klopstocks (Braunschw. 1867). Vgl. Meyer, Johann Martin L.y (Hamb. 1867).