Laren hießen bei den Römern Gottheiten niedern Ranges, aber von großer Bedeutung, welche als Schutzgötter über die Familien, Häuser, Gassen, ländliche und städtische Quartiere, Städte u. s.w. wachten. Die wichtigste Klasse derselben sind die Schutzgeister der Familie und des Hauses (Lares familiares). Ihre Bilder standen in den Wohnungen an dem häuslichen Herde, welcher sich anfangs im Atrium, später in den elegantern Häusern in einer eigenen Küche befand; zuweilen befanden sich die Bilder der L. auch in einer besondern Kapelle (Lararium). Daneben gab es auch andere L., die nach dem Orte, wo sie standen und ihre schützende Kraft äußerten, genannt wurden; so besonders die Lares compitaleés, die Beschützer der Kreuzwege, Lares vicorum, die Beschützer der städtischen Quartiere oder ländlichen Gaue, Lares permarini, Beschützer zur See, Lares hostilii, Schützer gegen äußere Feinde, die Lares praestités, die Vorsteherlaren der Stadt, die öffentlichen L. (Lares publici) u. a. Dargestellt wurden die L. als Knaben oder Jünglinge mit aufgeschürzter Toga, ein Trinkhorn und eine Schale oder Kanne in den Händen; ihre Bilder waren auf dem Lande gewöhnlich von Holz, in den Städten aus Stein oder Metall, in wohlhabendern Häusern häufig von Silber. Ihnen zu Ehren wurde in Rom am 1. Mai ein Fest (Laralia) gefeiert; die Kompitalien aber, welche Servius, nach dem Volksglauben der Sohn eines Lar (familiaris), zu Ehren der Lares compitales einesetzt haben sollte, beging man gegen Ende des Jahres bald nach den Saturnalien. Mit den L. werden zugleich die Penaten (s. d.) als die Götter der Familie betrachtet und genannt. In der Zeit der griech.⸗röm. Kultur und Gelehrsamkeit wurden die L. mit den griech. Heroen verglichen und gleich diesen als zu Schutzgöttern der Angehörigen gewordene Seelen abgeschiedener Familienglieder gedeutet. So aufgefaßt flossen dann die L. auch mit den Manen zusammen.