FeedLa Roche (Karl, Ritter von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

La Roche (Karl, Ritter von), namhafter deutscher Schauspieler, geb. 14. Okt. 1796 zu Berlin, wurde durch Iffland für das Theater gewonnen und betrat 10. Juni 1811 als Mitglied der Secondaschen Truppe in Dresden zum ersten mal die Bühne. Nachdem er dann einige Jahre zu Danzig gespielt, war er seit 1819 in Königsberg engagiert, von wo aus er 1821 mit vielem Beifall in Leipzig gastierte. L. siedelte 1822 nach Weimar über, wo er im Verkehr mit Goethe seine höhere künstlerische Ausbildung gewann und zugleich seinen Ruf als Schauspieler begründete. Im J. 1832 nahm er ein Engagement auf Lebenszeit an das Burgtheater in Wien an. Seit April 1833 wirkte er ununterbrochen an dieser Bühne und gehörte bis zu seinem am 11. März 1884 erfolgten Tod zu den Zierden derselben. L.s Repertoire war ungemein verzweigt. Seine Leistungen als Held, Intrigant, zärtlicher Vater, Geck, Bonvivant oder Naturbursche waren stets echt künstlerisch gedacht und gleich wirksam ausgeführt. Aus der Schule Ilflands hervorgegangen, strebte L. in allen seinen Darstellungen nach Natur und realistischer Lebenswahrheit. Vgl. Mautner, Karl L. Gedenkblätter» (Wien 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 819Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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