FeedLaroche (Maria Sophie)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Laroche (Maria Sophie), deutsche Schriftstellerin, geb. zu Kaufbeuren 6. Dez. 1731, war die Tochter des gelehrten Arztes Gutermann, Edeln von Gutershofen, und erhielt ihre Bildung in Augsburg. Mit zwei ihrer Schwestern und ihrem Bruder kam sie später nach Biberach in das Haus ihres Großvaters Gutermann, der daselbst Senator und Hospitalmeister war. Nach dem Tode desselben lernte sie 1750 in dem Hause des mit ihr verwandten Predigers Wieland den Sohn desselben, den wenig jüngern Dichter Wieland lennen. Sie sollte seine Gattin werden, aber der Wille des Vaters trennte ihre Liebe, die jedoch als Freundschaft beider bis ins hohe Alter fortdauerte. Im J. 1760 verheiratete sie Dber Laroche, der damals mainzer Hofrat und Oberaufseher der Stadionschen Güter war und nachher als Geh. Konferenzrat an den kurtrierschen Hof kam. Als derselbe infolge seiner Briefe über das Mönchsweseno den Abschied erhalten hatte, lebten beide Gatten anfangs zu Speier, dann zu Offenbach, wo L. 1789 und seine Gattin 18. Febr. 1807 starb. Vorzüglich gelangen ihr Romane und Familiengeschichten in Briefform oder in der durch Hermes in Deutschland eingeführten Richardsonschen Manier. Ihre erste Arbeit war die „Geschichte des Fräulein von Sternheimp (herausg. von Wieland, Lpz. 1771). Außerdem sind noch zu erwähnen: «Rosaliens Briefen (Altenb. 1779—81), «Moralische Erzählungeno (Mannh. 1782—84; neue Aufl. 1823) „Schönes Bild der Resignation» (Lpz. 1795—96), „Melusinens Sommerlieder» (herausg. von Wieland, Halle 1806). Vgl. L. Assing, «Sophie von L., die Freundin Wielands »„ (Berl. 1859); Neumann-Strela, Sophie L. und Wielando (Weim. 1862); Goethes Briefe an Sophie von L. und Bettina Brentanov (herausg. von Loeper, Berl. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 820Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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