FeedLaẽrtes
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Laẽrtes, der Sohn des Arkeisios (und der Chalkomedusa), Gemahl der Antikleia, Vater des Odysseus (s. d.) und der Ktimene, wohnte in Ithaka und nahm an der kalydonischen Jagd, habes am Argonautenzuge teil. Er erreichte ein hohes Alter und erlebte noch die Rückkehr seines Sohnes aus Troja nach Ithaka. a Fare (Charles Auguste, Marquis de), franz. Bichter, geb. 1644 zu Valgorge im Vivarais, kämpfte unter Turenne (1667 u. 1674), mußte aber, da er mit Louvois verfeindet war, die kriegerische Laufbahn aufgeben. Er besang in leichten anmutigen Versen den Sinnengenuß und das Wohlleben. Seine Poésieso erschienen 1755. Außerdem verfaßte er Memoireno, die sich durch lebendigen Stil auszeichnen (Rotterd. 1715, Par. 1734). Gesammelt erschienen seine Werke in zwei Bänden (Amsterd. 1755). L. starb 1712 zu Paris. Lafarge (Marie Cappelle, Madame), bekannt durch ihren Prozeß, geb. 1816 00 Villers-Hellon in der Picardie, Tochter eines Obersten der Kaiserzeit, frühzeitig Waise, wurde in Paris erzogen und 1838 an Lasarge Hammerwerksbesitzer im Depart. Correze, verheiratet, mit dem sie das Herrenhaus Glandier bewohnte. Die Geschäfte L.s gingen jedoch schlecht, und das Vermögen der jungen Frau wurde angewandt, die Verluste des Mannes zu decken. Auf einer Reise nach Paris im Monat Dez. 1839 aß Herr L. von dem Kuchen, den ihm seine Frau geschickt hatte, und fühlte Schmerzen von Vergiftung. Er kehrte nach Glandier zurück, kränkelte und starb 15. Jan. 1840. Madame L. wurde angeklagt, ihren Gatten vergiftet zu haben. Der Assisenhof von Tulle machte die Sache anhän-H und Aichtig wurde die Angeklagte wegen Diamantendiebstahls vor das Zuchtpolizeigericht eladen. Der Prozeß, in welchem der nachmals so berübmi gewordene Advokat Lachaud (s. d.) die Verteidigung der Angeklagten in glänzender Weise führte, verursachte gewaltiges Aufsehen. Die Assisen zu Tulle verurteilten im Sept. 1840 die L. zu lebenslänglicher Zwangsarbeit. Das Cassationsgesuch wurde auf Dupins Antrag verworfen. Hinsichtlich des Diamantendiebstahls ließ die Gerichtshehorde in Tulle die Klage fallen. Madame L. trat ihre Strafe im Arbeitshause zu Montpellier an und schrieb daselbst ihre KMémoires de Marie Cappelle, veuve L.d (4 Bde., 1840—42; deutsch, 2 Bde., Lpz. 1841), in denen sie ihre Unschuld zu beweisen suchte. Nach einer Gefangenschaft von fünf Jahren erhielt sie Erlaubnis, ins Kloster St.⸗Rémy zu gehen, und im Juni 1852 wurde sie Hen freigelassen, starb aber schon 7. Nov. desselen Jahres zu Ussat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 739Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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