FeedLa-Roncière-Le-Noury
GeschichteBrockhaus 1882

La-Roncière-Le-Noury (Cleément, Baron von), franz. Vizeadmiral, geb. 31. Okt. 1813 in Turin, wurde 1843 Schiffslieutenant, 1852 Schiffskapitän und erhielt 1858 das Kommando der Kanonenboote, die zur Zeit des ital. Kriegs im Adriatischen Meere operieren sollten, nachher das Kommando der Station der Levante. Während dieses Kriegs zeichnete er sich dadurch aus, daß er die Kamieschbai forcierte. Dann 1861 zum Kontreadmiral, 1868 zum Vizeadmiral befördert, wurde ihm beim Ausbruche des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 das Kommando der Flotte übertragen, die im Baltischen Meere kreuzen sollte, welches Vorhaben jedoch unausgeführt blieb. L. kehrte nach Paris zurück und übernahm das Kommando der in die Forts verteilten Marinesoldaten und des Armeekorps von St.⸗Denis. Er nahm Anteil an der Schlacht bei Champigny und leitete das Gefecht von Le Bourget. Am 8. Febr. 1871 wurde er im Eure-Departement zur Nationalversammlung gewählt, wo er sich dem rechten Centrum anschloß. L. wurde 1875 Kommandant der Flotte des Mittelländischen Meers, bald aber von diesem Posten abberufen. Im J. 1876 Epstas ihn das Cure-Departement zum Senator. Er starb 15. Mai 1881 in Paris. Vgl. de Jancigny, e Viceamiral Baron de L.o (Coreux 1881). La-Rothière, franz. Dorf zwischen Bar-sur Aube und Brienne, bekannt durch die Schlacht am 1. Febr. 1814. Napoleon I. hatte nach seinem Siege bei Brienne eine durch die Dörfer L., Dienville und Morvilliers gedeckte Stellung besetzt, welche Blücher, durch einige Korps der Hauptarmee verstärkt, am 1. Febr. angriff. Die verbündeten Monarchen, sowie Prinz Wilhelm von Preußen und Fürst Schwarzenberg wohnten der Schlacht auf den Höhen von Trannes bei. Der Kampf war besonders blutig um L., das erst abends 11 Uhr vom Korps Sacken, welchem das Infanteriekorps Olsuwiew und die gesamte Kavallerie unter Wassiltschikow und Pahlen III. folgten, erstürmt wurde. Um Mitternacht trat Napoleon den Rückzug nach Brienne an, sein Heer war durch die Schlacht in große Verwirrung geraten. Die Verbündeten waren in der Schlacht bei L. 100000, die Franzosen nur 45 000 Mann stark, und der Verlust betrug auf beiden Seiten je 4000 Mann. Die Franzosen büßten außerdem einen großen Teil ihrer Geschütze ein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 822Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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