Last ist der Name eines größern Getreidemaßes in verschiedenen Ländern. Die dänische L. (Läst) von 12 t ist 16,6916 hl. Diese L. dient auch für Salz mit Ausnahme des norwegischen, welches nach dem Gewicht verkauft wird. Die russische L. Getreide und Sämereien begreift 16 Tschetwert = 33,5852 hl, die L. Hafer aber 20 Kuhl; der Kuhl oder Sack wiegt in Petersburg (mit der Umhüllung) bei gedörrtem Hafer 220, bei ungedörrtem 237 russ. Pfund, also 90,093, beziehungsweise 97,543 kg. Früher war die L. Getreidemaß auch in den deutschen Küstenstaaten (in Preußen und Hamburg = 60 preuß. Scheffeln, beziehungsweise hamburger Faß, in Bremen ⸗ 40, in Lübeck 96 Scheffeln), dann bis 1870 in den Niederlanden, wo sie 30 Mudden oder Hektoliter begriff. Ju Deutschland werden bei Steinkohlen und Coks die Preise an verschiedenen Plätzen für die L. gestellt. Diese L. bedeutet in Berlin bei inländischer Steinkohle 36, bei engl. Steinkohle und engl. Coks 40 hl. Außerdem ist L. auch ein reiner Gewichtsbegriff. In Schweden hat die Neulast (Nyläst) 100 Ctr. oder w10000 Pfd. = 4250 kg. (S. auch Kommerzlast.) Die Schiffslast für Befrachtungen ist nicht nur nach den Plätzen, sondern auch nach den Artikeln sehr verschieden und bedeutet teils eine Gewichtsgröße, teils einen Rauminhalt, teils eine Stückzahl. Die frühern Schiffslasten der deutschen Nord- und Ostseestaaten sind seit 1872 als Schiffsfrachtgewicht durch die Tonne von 1000 kg oder 2000 Pfd., als Maß des Schiffsraumgehalts (Tonnengehalt) oder der Tragfähigkeit (Lastigkeit), auf Grund dessen die Schiffsabgaben zur Erhebung kommen, aber durch das Kubikmeter verdrängt. (Vgl. Load.) In Deutschland ist in den Meßbriefen der Seeschiffe neben der Größe in Kubikmetern stets auch der Inhalt in brit. Registertons anzugeben. Das Registerton hat 100 engl. Kubikfuß 2,8316 cbm; das Kubikmeter 0,35317 Registertons. Dieses Registerton ist neuerdings von einer Reihe von Staaten als Norm der Tragfähigkeit angenommen worden.