FeedLasser von Zollheim
GeschichteBrockhaus 1882

Lasser von Zollheim (Jos., Freiherr von), österr. Staatsmann, geb. 30. Sept. 1815 zu Strobl am Wolfgangsee im Salzburgischen, entstammte einer seit 1708 reichsritterlichen Familie, studierte die Rechte, trat dann in den Staatsdienst und wurde 1848 von seiner Heimat in den Reichstag gesendet. Als Mitglied des Verfassungsausschusses des Reichstags zu Kremsier trat er den Nationalen und Klerikalen entschieden entgegen. Als Ministerialrat trat er in das Ministerium des Innern, wurde 1859 Sektionschef und Okt. 1860 zum Justizminister ernannt, übernahm jedoch nach Goluchowskis Entlassung 13. Dez. 1860 provisorisch den Vorsitz im Staatsministerium und wurde 4. Febr. 1861 zum Minister der polit. Verwaltung im Kabinett Schmerling ernannt. Als dieses im Juli 1865 fiel, wurde auch L. 27. Juli 1865 seines Amtes enthoben, 1868 aber wieder aktiviert und zum Statthalter von Tirol ernannt, doch schon 1870 unter dem Ministerium Hohenwart in den Ruhestand versetzt. Nach dem Sturze Hohenwarts trat L. 25. Nov. 1871 als Minister des Innern in das neue Kabinett Auersperg. Am 5. Juli 1878 legte er sein Amt nieder und starb 19. Nov. 1879.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 830Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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