Laura, die gefeierte Geliebte Petrarcas (s. d.), die zwar durch die ihr über 30 Jahre hindurch dargebrachten poetischen Huldigungen des Dichters berühmt geworden ist, von deren Person, Stand und Lebensverhältnissen man jedoch nichts Sicheres weiß. Die Meinung Boccaccios, daß Petrarcas L. eine bloße Abstraktion sei, wird durch das Zeugniß des Petrarca selbst auf das entschiedenste widerlegt. Seitdem haben sich die Erklärer und Biographen des Dichters vorzüglich über die Fragen gestritten, ob diese L. eine Rher an oder eine Verheiratete gewesen und welcher Familie sie angehört habe. Die ältesten Biographen Petrarcas erwähnen ihrer gar nicht, und die übrigen Schriftsteller des 14. und 15. Jahrh. stellen sie alle als unverheiratet hin. Für diese Ansicht haben sich später Vellutello, Lord Woodhousely und Blanc (im Art. «Petrarca v in der Allgemeinen Encyklopädiery von Ersch und Gruber) ausgesprochen. Gegen die Ansicht hat der Abbe de Sade in seinen Mémoires sur la vie de Pétrarquey (1764) aus alten Dokumenten zu beweisen versucht, daß L. als die Tochter eines Edelmanns Audibert de Noves im April 1308 geboren, an einen Hugues de Sade verheiratet und Mutter von 11 Kindern gewesen, 6. April 1348 aber an der Pest in Avignon gestorben und in der dortigen Franziskanerkirche begraben worden sei. Viele neuere Schriftsteller haben ihm zugestimmt, obgleich die Gründe, auf die Sade seine Behauptungen stützt, nicht unanfechtbar sind. Vgl. Zendrini, „Petrarca e L.„ (Mail. 1875); Bartoli, «Francesco Petrarcas (Flor. 1884).