Läuse (Pediculina) nennt man eine Familie von ungeflügelten Insekten, welche nur parasitisch auf Säugetieren vorkommen, deren Blut sie mit ihrem ganz einstülpbaren Rüssel saugen, und aus birnförmigen, lederhäutigen, an den Haaren festklebenden Eiern (Nissen) auskriechen, welche sich mit einem Deckel öffnen. Sie bestehen mehrere Häutungen, aber keine wahre Verwandlung, sind schon nach kaum drei Wochen erwachsen und zur Fortpflanzung fähig, können sich daher ungeheuer vermehren und zu einer großen Plage werden. Jedoch ist ihr häufiges Vorkommen immer nur Folge von Unreinlichkeit. Man kennt zwei Gattungen auf dem Menschen. Von den eigentlichen L. (Pediculus) suchen zwei Arten den Menschen heim: die Kopflaus (P. capitis, s. Tafel: Insekten IV, Fig. 46), mit ovalem Hinterleibe, dessen Segmente bräunlich gerandet sind, findet sich meist auf dem Hinterkopfe des Menschen ein; die Kleiderlaus (P. vestimenti), schmäler und länger als die vorige, mit länglichem Hinterleibe, dessen Segmente ungefleckt sind, kommt nur auf dem Leibe und den Kleidern, aber niemals auf dem Kopfe vor. Die Filzlaus (Phthirius pubis), kurz und breit, mit viereckigem Hinterleibe, gehört einer andern Gattung an und stellt sich an starkbehaarten Stellen des menschlichen Körpers (mit Ausnahme der Kopfhaare) ein. Die Schweinslaus aematopinus suis), 3 mi lang, auf dem letzten Hinterleibssegment mit zwei schwarzen Flecken, kommt häufig auf Schweinen vor und gehört ebenfalls zu einer andern Gattung, deren verschiedene Arten auch auf andern Haustieren (Rind, Ziege, Hund, Pferd u. s. w.) schmarotzen.