Lauterbrunnen, Thal und Pfarrgemeinde im Bezirk Interlaken des schweiz. Kantons Bern. Das spaltenartig zwischen 5—700 m hohe Felswände eingeschnittene Thal erstreckt sich 12 Km lang, an der Sohle nirgends über 1 kKm breit vom Fuße dez Breithorns (3784 m) nördlich bis zu dem Engpaß zwischen Isenfluh und der Humnennuh, durch den das Thalwasser, die Weiße Lütschinen, in die Thalstufe von Zweilütschinen hinaustritt. Rechts wird das Thal von der Felspyramide des Schwarzmönchs (2654 m) und der bewachsenen Kette des Männlichen (2345 m) eingeschlossen, links erhebt sich die Kette des Schilthorns (2971 m). Den Hintergrund bildet der mächtige Gletschercirkus, der sich von der Jungfrau (4167 m) bis zum Gspaltenhorn (3436 m) ausdehnt. Von den zahlreichen Wasserfällen, denen das Thal seinen Namen verdankt, sind die bekanntesten der Doppelsturz des Schmadribachs, der Trümelbach und der berühmte 305 m hohe Staub bachfall oder Pletschen. Mit Interlaken ist das Thal durch eine Fahrstraße, mit Grindelwald durch den vielbegangenen Saumweg über die Wengernalp und die Kleine Scheidegg, mit dem Kienthal durch den rauhen Pfad über die Sefinenfurgge (2616 m) verbunden. Von den zahlreichen Gletscherpässen des Thalhintergrundes werden der Tschingelpaß (2824 m) ins Kanderthal und der Petersgrat (3205 m) ins Lötschenthal am häufigsten begangen. Die wichtigsten Wohnplätze des Thals, das eine Gemeinde von (1880) 2097 reform. E. bildet, sind das Pfarrdorf L., das 797 m über dem Meere, 11 km südlich von Interlaken unweit des Staubbachs am linken Ufer der Lütschinen liegt, die Luftkurorte Mürren (1636 m) und Gimmelwald (1386 m) auf den aussichtsreichen Terrassen am Fuße des Schilthorns und das Dörfchen Wengen (1319 m) auf der rechten Thalseite am Wege über die Wengernalp. Die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung sind die Alpenwirtschaft und der sehr lebhafte Touristenverkehr. Verfallene Hüttenwerke bei Trachsellauenen in der obersten Thalstufe weisen auf den einstigen Silber⸗ und Bkleibergbau des Thals hin. KLauterburg, Stadt im Kreise Weißenburg des deutsch-reichsländischen Bezirks Unterelsaß, an der Lauter, unweit deren Mündung in den Rhein, an der Elsaß-Lothringer und der Pfälzischen Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat Hopfenbau und zählt (1880) 1748 E. Beim Beginn des Deutsch— Französischen Kriegs wurde L. 4. Aug. 1870 von bad. Truppen unter General von Werder ohne Widerstand besetzt. L. war ehemals eine Festung, ist aber jetzt eine offene Stadt.