FeedTotis oder Dotis (ungar. Tata)
ErdkundeBrockhaus 1882

Totis oder Dotis (ungar. Tata), großer Marktfleken im ungar. Komitate Komorn, Sitz eines Stuhlrichteramts, unweit von der Donau, 22 km südöstlich von Komorn gelegen, Station der Linie Budapest-Bruck der Ungarischen Staatsbahnen, besteht eigentlich aus drei Teilen: aus dem nenrbden T., aus der Oberstadt und aus der an einem großen fischreichen See gelegenen Seestadt oder Töväros, hat zusammen (1880) 10291 CE., ein gräflich Esterhäzysches Schloß mit einem schönen engl. Garten, ein Piaristenkollegium mit Gymnasium, ein Kapuzinerkloster, eine Hauptschule, Schwefelquellen, gute Marmor⸗ und Tuffsteinbrüche, zahlreiche Mühlen, eine Steingut-, eine Zucker- und eine Lederfabrik, Spiritus⸗ und Branntweinbrennereien u. s. w. Zwischen den genannten Teilen des Ortes liegen die Überreste eines alten, einst von Matthias Corvinus bewohnten Schlosses. T. wurde um 994 von dem apulischen Grafen Adeodat angelegt, im 16. Jahrh. mehrmals von den Türken eingenommen und von den Kaiserlichen zurückerobert. Die Festung wurde 1707 aufgelassen und erst 1815 vom Grafen Nikolaus Esterhäzy teilweise hergestellt. In der an röm. Altertümern, Urnen, Münzen u. s. w. reichen Umgegend befinden sich bedeutende Waldungen, Weinberge und Schäfereien. In dem nahen Dorfe Baj sind die großen Esterhazyschen Weinkeller.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 774Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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