FeedSemlin (ungar. Zimony, serb. Zemun)
ErdkundeBrockhaus 1882

Semlin (ungar. Zimony, serb. Zemun), Stadt in Kroatien-Slawonien, im Distrikte Peterwardein des frühern kroat.⸗slawon. Grenzgebietes, nahe der Mündung der Save in die Donau auf der Landspitze zwischen diesen beiden Flüssen, Belgrad, von dem es nur durch die Save getrennt ist, gegenüber, an den Abhängen eines Hügels, welcher die Ruinen der Burg Joh. Hunyads trägt. Die Stadt ist Endstation der Linie Pest-S. der Ungarischen Staatsbahnen, mit sehenswerter fester Brücke über die Save nach Belgrad zum Anschluß an die Linie Belgrad-Nisch der Serbischen Eisenbahnen, Sitz eines Bezirksrichteramtes, eines Hauptzoll-„eines Post⸗ und eines Kontumazamtes, besteht aus der innern Stadt und der Vorstadt Franzensthal und zählt (1880) 11836 E. Sie besitzt eine Real⸗ und eine Hauptschule, sieben Kirchen, ein deutsches Theater und viele Altertümer aus der Römerzeit. Die Einwohner sind meist Serben und die serb. Sprache ist die vorherrschende; nach ihr ist die deutsche am meisten verbreitet. Die Stadt hat als der Hauptübergangspunkt auf die Balkanhalbinsel bedeutenden Verkehr mit derselben und steht mit Belgrad in regelmäßiger Verbindung. Der Transitohandel hat sich seit Einführung der Dampfschiffahrt und des Eisenbahnverkehrs sehr gehoben. Hauptgegenstände des Verkehrs sind Baumwolle, Garn, Safran, Honig, Hasenbälge, Lämmerfelle und Pfeifenköpfe; Ausfuhrartikel sind Tücher, Porzellan, Glas u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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