FeedSurrogat
NaturlehreBrockhaus 1882

Surrogat, eine in neuerer Zeit im gewöhnlichen Leben vielfach gebrauchte Bezeichnung für gewisse Ersatzmittel von Rohstoffen, deren Anwendung mitunter gerechtfertigt werden kann, nicht selten jedoch eine Verfälschung des zu erzielenden Produkts bezweckt. So spricht man von Kaffeesurrogaten und versteht darunter geröstete Rübe, Cichorie, Eicheln u. s. w., von Malzsurrogaten (Stärkezucker, Melasse, Glyzerin), von Hopfensurrogaten (pflanzliche bittere und adstringierende Stoffe) u. dgl. Aber nicht nur bei Nahrungsmitteln spricht man von S., sondern wendet diesen Ausdruck auch noch in vielen andern Fällen der gewerblichen Produktion an, so in der Papierfabrikation, wo man die Ersatzmittel der Leinen⸗ und Baumwollzeugabfälle Lumpensurrogate nennt, die man als vegetabilische (Holzstoff und Cellulose, Stroh, Jute) und mineralische (Thon oder Lenzin, Baurit, Gips oder Annalin, Barytweiß u. s. w.) unterscheidet. Auch in der Textilindustrie, z. B. in der Wollindustrie, nennt man die Kunstwolle (Mungo, Shoddy) zuweilen S. In der Färberei und dem Zeugdrucke sucht man ebenfalls an Stelle der vom Pflanzen- und Tierreiche gelieferten Pigmente immer mehr und mehr durch chem. Mittel dargestellte Ersatzmittel anzuwenden und spricht demgemäß von Indigsurrogaten, Safransurrogaten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 380Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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