FeedLebeau (Jean Louis Joseph)
GeschichteBrockhaus 1882

Lebeau (Jean Louis Joseph), belg. Staatsmann, geb. 2. Jan. 1794 zu Huy an der Maas, war Advokat und wurde nach dem Ausbruch der belg. Revolution im Aug. 1850 zum Mitglied der Sicherheitskommission von Lüttich und nach den Septembertagen zum Generaladvokaten am lütticher Appellhofe, von seiner Vaterstadt zum Deputierten beim Nationalkongreß erwählt. Nachdem er vom Regenten Surlet de Chokier zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden, betrieb er die Wahl des Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg, legte Juli 1831 sein Amt nieder und wurde Okt. 1832 Justizminister. Die Plünderungsscenen im April 1834 und der Mangel an Energie, den das Ministerium dabei gezeigt, veranlaßten den Rücktritt desselben. Bald darauf wurde L. zum Gouverneur der Provinz Namur und 1839 zum Gesandten beim Deutschen Bunde ernannt. Im April 1840 ward er wieder zu dem Ministerium des Äußern berufen, sah sich aber infolge der kath. Opposition 1841 genötigt, mit sämtlichen Mitgliedern des Kabinetts seine Entlassung zu nehmen. Doch behielt er seinen Sitz in der Kammer. Er starb zu Huy (wo ihm 1868 ein bronzenes Standbild von W. Geefs errichtet wurde) 19. März 1865. Vgl. Juste, Les fondateurs la monarchie belge. Joseph L.o (Brüss. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 870Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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